SETLISTS : Auf dem Zettel

Protokolliert von Sebastian Leber
Foto: Promo
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Eines vorweg: Die Striche unter manchen Songs haben keine Bedeutung, die zeigen nur, dass wir alle nicht mit MS Word umgehen können. Die Lieder, die auf dem Blatt dicht beieinander stehen, spielen wir live am Stück, ohne Pause oder Ansage. Wirklich gesetzt sind aber bloß die ersten vier, wir nennen sie „the usual four“: Los geht’s immer mit „Keep a secret“, das ist angenehm ruhig, springt einem nicht gleich ins Gesicht, und wir können dem Sound-Ingenieur noch Zeichen geben. Bisschen mehr Gitarre bitte, bisschen weniger Keyboard! Richtig startet der Gig dann erst mit „High on the heels“, da fangen die Leute zu tanzen an. Und ab dem fünften Song werfen wir sowieso alles über den Haufen, stellen spontan um, oft diskutieren Erlend Øye und ich auf der Bühne, wie es jetzt weitergeht. Klar, bei vielen Bands ist das anders. Die Klaxons zum Beispiel haben für sich die perfekte Reihenfolge gefunden und behalten sie bei. Wir waren mit denen auf Tour in Australien, das klang, als ob einfach jemand auf Play drückt. Für uns wäre das nichts. Auch die Zahl unserer Zugaben steht nie vorher fest, wir überlegen dann immer panisch hinter der Bühne: „Mist, was bringen wir jetzt?“ Für mich als Bassisten zählt „Island“ zu den schwierigsten Stellen jedes Konzerts. Da spiele ich sieben Minuten lang dieselben drei Töne, kaum variiert, aber der Rhythmus muss sitzen. Und glücklich macht mich, wenn wir bei „Above you“ wild improvisieren, Erlend wie irre um den Verstärker rennt und ich hoffe, dass es nicht allzu peinlich wirkt. Wir covern ja auch gerne, früher vor allem Trash wie „I like to move it“, aber unser Allzeit-Favorit ist Robyns „Show me love“ von 1996, es hat diesen warmen Sound und wunderbare Akkorde. Das werden wir spielen, bis sich einer beschwert. Protokolliert von Sebastian Leber

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