SINFONIEKONZERTMarc Minkowski und das DSO : Der Leibhaftige

Christine Lemke-Matwey

Er gilt als der Tanzbär unter den jüngeren Dirigenten der historischen Aufführungspraxis: der 1962 in Paris geborene Franzose Marc Minkowski. Ob barockes oder klassisches Repertoire mit seinem eigenen, bereits 1982 gegründeten Ensemble „Les Musiciens du Louvre“ oder (Mozart-)Opern zwischen Salzburg, Aix-en-Provence und Tokio: Bei Minkowski hat man immer das Gefühl eines im wahrsten Wortsinne leibhaftigen, ausgesprochen körperbetonten und sinnlichen Dirigierens. Wo andere sich um der musikalischen Präzision willen eines gewissen „Kamikaze-Stils“ am Pult bedienen, da scheint bei Minkowski alles zu fließen. Nach ersten Erfahrungen als Dirigent in Frankreich studierte der ausgebildete Fagottist in den USA Orchesterleitung bei Charles Bruck an der Pierre Monteux Conducting School.

Auf ganz natürliche Weise bildet das französische Repertoire bei ihm heute einen gewissen Schwerpunkt, Bekanntes steht hier neben Wiederentdeckungen wie „La Dame Blanche“ an der Opéra-Comique Paris oder „Robert le Diable“ an der Berliner Staatsoper. Seit einigen Jahren widmet sich der „Chévalier du Mérite“ und „Officier des Arts et Lettres“ verstärkt dem sinfonischen Repertoire und dirigiert neben dem Mahler Chamber Orchestra auch die Berliner Philharmoniker, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra oder die Staatskapelle Dresden. Für das Deutsche Symphonieorchester Berlin hat Minkowksi nun Chaussons „Poème de l’amour“ und Franz Schuberts „Rosamunde“-Musiken aufs Programm gesetzt. Christine Lemke-Matwey

Philharmonie, Di 30.10.,

20 Uhr, 15-44 €, Studenten an

der Abendkasse 10 €

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