• Slobodan Milosevic: Der Diktator - sein Aufstieg, sein Fall. Stationen des Slobodan Milosevic

Kultur : Slobodan Milosevic: Der Diktator - sein Aufstieg, sein Fall. Stationen des Slobodan Milosevic

Der Aufstieg des Slobodan Milosevic begann 1989 auf dem Amselfeld in Kosovo, auf dem er den serbischen Nationalismus wiederbelebte. Im zerfallenden Jugoslawien bestimmte er den Kurs Serbiens. Eine Chronik der Ereignisse:

1941: Slobodan Milosevic wird am 21. August als Sohn eines orthodoxen Religionslehrers und einer kommunistischen Lehrerin in Pozarevac geboren.

1959: Milosevic wird Mitglied der Kommunistischen Partei Jugoslawiens.

1986: Milosevic wird Präsident der Kommunistischen Partei Serbiens.

1990: Bei der ersten Mehr-Parteien-Wahl seit dem Zweiten Weltkrieg wird Milosevic zum serbischen Präsidenten gewählt.

1991: Kroatien und Slowenien erklären ihre Unabhängigkeit. Beginn der Kämpfe zwischen Kroaten und Serben.

1992: Ende der Kämpfe in Kroatien. In Bosnien stimmen Moslems und Kroaten in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Jugoslawien. Die Europäische Union (EU) erkennt die Unabhängigkeit Bosniens an. Zwischen Bosniern und einheimischen Serben kommt es zum Krieg. Die UN verhängen Sanktionen gegen Serbien, weil es die Serben in Bosnien und Kroatien unterstützt.

1993: Die Friedensbemühungen für Bosnien scheitern. Es kommt zum Krieg zwischen Moslems und Kroaten, die zuvor gemeinsam gegen die Serben gekämpft hatten.

1995: Kroatische Einheiten erobern von Serben besetztes Gebiet zurück. Nach den Nato-Luftangriffen gegen die bosnischen Serben Abschluss des Friedensabkommens von Dayton, das den Bosnien-Krieg beendet und auch von Milosevic unterzeichnet wird.

1997: Milosevic wird zum jugoslawischen Präsidenten gewählt. Als serbischer Präsident tritt Milosevic nach dem Maximum von zwei Amtszeiten zurück.

1999: Knapp 80-tägige Nato-Luftangriffe gegen Ziele in Jugoslawien zur Vertreibung der serbisch dominierten jugoslawischen Truppen aus dem Kosovo. Das UN-Kriegsverbrecher-Tribunal klagt Milosevic als Kriegsverbrecher an.

Oktober 2000: Milosevic wird durch einen Volksaufstand gestürzt, nachdem er den Wahlsieg des Präsidenten Vojislav Kostunica nicht anerkannt hatte.

Dezember 2000: Bei der Parlamentswahl in Serbien schlägt das Reformbündnis DOS Milosevics Partei, die sozialistische SPS.

April 2001: Die serbische Regierung lässt Milosevic wegen Amtsmissbrauchs und Wirtschaftsverbrechen verhaften. Sie will ihn in Jugoslawien vor Gericht stellen. Eine Auslieferung an das Tribunal lehnt sie zu diesem Zeitpunkt ab. Die USA machen die Bewilligung für Hilfsgelder an Jugoslawien von der Zusammenarbeit des Landes mit dem UN-Tribunal abhängig.

23. Juni: Das Bundeskabinett verabschiedet mit den Stimmen der Reformer ein Dekret, das die Auslieferung mutmaßlicher Kriegsverbrecher regelt. Das Dekret tritt einen Tag später in Kraft.

25. Juni: Die jugoslawische Regierung leitet das Auslieferungsverfahren ein. Milosevics Anwälte legen gegen das Dekret Klage beim Verfassungsgericht ein.

28. Juni: Das Verfassungsgericht setzt das Dekret bis zur Klärung der Klage aus. Milosevic wird dennoch an das UN-Tribunal in Den Haag überstellt.

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