Kultur : Sommer der neuen Kunst Vor der Eröffnung

von „Based in Berlin“

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Keine Feier ohne Geier. Martin Neumaiers Vogel gehört zur Sonderschau von „Autocenter“ im Monbijoupark. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Keine Feier ohne Geier. Martin Neumaiers Vogel gehört zur Sonderschau von „Autocenter“ im Monbijoupark. Foto: Kitty...

Selten ist einer Ausstellung mit so viel Skepsis entgegengesehen worden: „Based in Berlin“ ist das ungeliebte Kind der Szene und doch eigens für sie gemacht. Am heutigen Dienstagabend nun wird die große Sommerschau des Berliner Senats, an der sich jeder Interessierte per Bewerbungsmappe um Teilnahme bemühen konnte, im ehemaligen Atelierhaus der Kunsthochschule Weißensee im Monbijoupark eröffnet. Das Abrissgebäude, das nur noch bis Ausstellungsende steht, ist der Hauptstandort der Übersichtsausstellung junger Kunst, die weitere Außenposten im Hamburger Bahnhof, in den Kunst-Werken in der Auguststraße, im Neuen Berliner Kunstverein und in der Berlinischen Galerie hat.

Selten ist eine Ausstellung aber auch mit so viel Spannung erwartet worden, denn sie soll den Beweis erbringen, wieviel unentdeckte kreative Energie in Berlin noch steckt. Und sie soll klären, ob die Stadt nun eine Kunsthalle braucht, um ein Forum für die vielen aufstrebenden Künstler zu bilden, die bislang eher auswärts reüssierten als an ihrem Wohnort. So viel lässt sich jetzt schon sagen, dass die fünf Kuratoren innerhalb kürzester Zeit eine vielgestaltige, vitale Mischung zusammengestellt haben, deren inhaltliche Kohärenz allerdings sehr vage bleibt. Einziges Kriterium: Die Künstler müssen ihren Lebensmittelpunkt in Berlin haben und in den letzten fünf Jahren aufgefallen sein.

Wie treffsicher die Auswahl dennoch ist, zeigt sich an der Schwedin Klara Lidén und dem Briten Haroon Mirza, die gerade erst bei der Biennale in Venedig Preise gewonnen haben. Die Kuratoren haben verstanden, dass eine spannende Ausstellung große ikonische Arbeiten braucht, wie die drei auf einem Gerüstdach beim Atelierhaus platzierten vermeintlichen BMWGeländewagen von Oliver Laric, die aber nur billige chinesische Kopien sind, oder die wild tanzenden Jugendlichen, die Simon Denny auf zwei riesigen gegenüberstehenden Projektionsflächen in den Kunst-Werken zeigt. „Based in Berlin“ gibt sich als Sommerevent mit Performances, Lesungen und Filmen jeden Tag bis 24. Juli. Heute um 18 Uhr geht es an den Start. Ausführliche Berichte in der morgigen Ausgabe. Nicola Kuhn

Infos: www.basedinberlin.de

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