Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker im Soundcheck die CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Paul Armfield, Jono McCleery, Seinabo Sey und Fraktus.

Der britische Singer-Songwriter Paul Armfield.
Der britische Singer-Songwriter Paul Armfield.Foto: Promo

Paul Armfield: "Found" (Popup-Records)

Der große Barde von der Isle Of Wight, vertont Fotografien, die eine alte Freundin auf den Flohmärkten von Berlin gefunden hat. Armfields große Kunst besteht darin, nicht einfach Beschreibungen der schwarz-weißen stummen Zeugen aus dem vergangenen Jahrhundert abzuliefern, sondern Geschichten zu spinnen, die den Unbekannte Menschen ein ganz eigenes Leben einhauchen. Musikalisch macht der umwerfende Sänger im Vergleich zu früheren Alben einen Riesenschritt. Nicht nur Guy Garvey ist Fan!

Andreas Müller, Moderator

Jono McCleery: "Pagodes" (Ninja Tunes)

Jono McCleerys Wurzeln liegen im Folk und Jazz. Auf seinem dritten Album verwebt er klassische Instrumente mit Elektronik. Ab und zu zartes Gitarrenpicking, dann wieder dramatische Streicher. Dazwischen eine geloopte Harfe, pochende Beats und ein wehmütiges Klavier. McCleery singt dazu mit toller Soul-Stimme. Und dennoch: irgendetwas fehlt.

Alke Lorenzen, Radio eins

Seinabo Sey: "Pretend" (Universal)

Die 25-jährige Schwedin Seinabo Sey schenkt uns ein beeindruckendes Soulpop-Debüt. Ihre Stimme hat die Klasse einer Nina Simone und überflügelt die meisten Arrangements mühelos. Plädiere auf Chartsspitze.

Esther Kogelboom, Tagesspiegel

Fraktus: "Welcome To The Internet" (Staatsakt)

Der Streich von Studio Braun geht in die Verlängerung: Fraktus, die erfundene Kultband, ohne die es Techno nicht gegeben hätte, legt nach. Vor drei Jahren Wiederentdeckt, gilt es nun, die Kuh zu melken und endlich im Zeitalter des Internet anzukommen. Gnadenlos werden Electro & Flöte vereint, Küchenrollen besungen und die Originals gefeiert. Am Ende gilt aber auch für Fraktus: beim zweiten Streich wird selten so laut gelacht wie beim ersten.

Steen Lorenzen, Radio eins

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