Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker im Soundcheck die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Summer Twins, Sawlin, Erykah Badu und Coldplay.

Die Schwestern Chelsea und Justine Brown nennen sich als Musikduo Summer Twins.
Die Schwestern Chelsea und Justine Brown nennen sich als Musikduo Summer Twins.Foto: Burger Records

Summer Twins: Limbo (Burger Records)

In Kalifornien verkauft sich derzeit eine Farbe gut, mit der die Menschen ihre verdorrten Rasenflächen grün anmalen. Den Schein wahren, das gehört zweifellos zur Kultur des Goldenen Staates. Die Musik der Summer Twins könnte der passende Soundtrack dazu sein. Sonniger Garagenpop mit Wurzeln in den schwerelosen Sixties. Aber warum beschwören die beiden Schwestern Dämonen und andere Geistwesen?

Andreas Müller, Moderator

Sawlin: Ursprung (A.R.T.S)

Düsterer Kellertechno aus der Hauptstadt. Rockisten werden verständnislos fragen, was diese Musik auf einem Album verloren hat. Der Clubmensch aber weiß, dass harte Bassdrums auch zu Hause gut funktionieren – und wer will da schon ständig die 12-Inch wechseln? Außerdem verbergen sich hinter den heftigen Sounds und dem großen Ego des Machers viele kleine, feine Soundspielereien, die es zu entdecken gilt.

Martin Böttcher, Musikjournalist

Coldplay: A Head Full Of Dreams (Warner)

Nach durchstandener Sinnkrise des Sängers sucht Coldplay jetzt sein Heil in psychedelisch-überdrehtem Optimismus. „You make me feel like I’m alive again“, jubelt Chris Martin und wähnt sich aufs „Dach der Welt“ gehoben. Seelische Unterstützung holt er sich bei Obamas „Amazing Grace“ und in der Kooperation mit Beyoncé. Oh, ha! Aber für einen Megahit war die Band immer gut.

Kai Müller, Tagesspiegel

Erykah Badu: But You Caint Use My Phone (Universal)

Für dieses Mixtape benutzt Erykah Badu altes Eigenes, Fremdes und Neues. Sie verbindet das Material mit Witz und Wizardry. Die Autorität im modernen amerikanischen Soul hat sie sich in den vergangenen Monaten schleichend zurückerobert. Jetzt sitzt Erykah Badu wieder auf dem Thron der Definitionsgewalt von Musik und Style – Klangschalen-tiefentspannt.

Vivian Perković, Musikjournalistin

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