Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker bei Radioeins die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Ed Motta, GoGo Penguin, Sunflower Bean und The James Hunter Six. Eine Vorschau.

Der brasilianische Musiker Ed Motta.
Der brasilianische Musiker Ed Motta.Foto: Membran

Ed Motta: Perpetual Gateways (Membran)

Platten wie diese werden heute nicht mehr gemacht. Ed Motta, der schwergewichtige Bierexperte und Musikhistoriker aus Rio, reiste nach L. A., um dort mit Originalen aus der Zeit des slicken Jazz-Funk-Rock ein Werk einzuspielen, wie es zuletzt 1977 vom Band lief. Meisterlich wird musiziert, die Kompositionen gemahnen an Steely Dan und das Ganze ist so absurd grandios, dass man es einfach  lieben muss.
Andreas Müller, Moderator

GoGo Penguin: Man Made Object (Blue Note)
Die Idee ist verkopft: mit „richtigen“ Instrumenten ursprünglich elektronisch erzeugte Tracks nachspielen. Aber dieses Trio aus Manchester kann tatsächlich einen gewissen Sog erzeugen. Mitunter hat dieser die Kraft eines großen Strudels, manchmal aber auch nur den eines Badewannenabflusses. Auf Albumlänge ergibt diese Mischung aus kalt und heiß eben lauwarm.
Martin Böttcher, Musikjournalist

Sunflower Bean: Human Ceremony (Fat Possum Records)
Drei New Yorker Freigeister, die sich mit gerade mal 20 Jahren wohl schon durch die gesamte Rockgeschichte gehört haben, krachen ein Debüt hin, das vor Überraschungen strotzt. Britisch chlorierter Dream Pop, Sabbath’sches Gitarrenbrett und Tame-Impala-artige Psychedelia verschmelzen zu einem faszinierenden Sound ohne Retro-Getue.
Jürgen König, Radio eins

The James Hunter Six: Hold on (Daptone)

Dieser Neuzugang von Daptone ist kein Unbekannter: Labelgott Gabriel Roth alias Bosco Man hat sich mit James Hunter einen Grammy-nominierten Song- writer und Samtstimmensänger geschnappt, der schon mit Van Morrison gearbeitet und drei Alben veröffentlicht hat. Ist der Retro-Sound gut gemangelt oder lag er zu lange im Weichspüler? Sein Publikum wird’s lieben.
Esther Kogelboom, Tagesspiegel

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