Staatsballett Berlin : Tänzer wollen Tarife verhandeln

Auch Tänzer streiken: Beim Berliner Staatsballett sind bereits vier Vorstellungen wegen des Arbeitskampfs ausgefallen. Der Schaden bislang: rund 120 000 Euro. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

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Szene aus "Dornröschen".
Eine "Dornröschen"-Aufführung an der Deutschen Oper fiel aus, weil Tänzer des Staatsballetts Berlin darum kämpfen, sich von...Foto: Staatsballett/Yan Revazov

Vier Vorstellungen des Berliner Staatsballetts sind bislang wegen des Arbeitskampfs der Tänzer ausgefallen. Den Schaden beziffert Georg Vierthaler, Generaldirektor der Berliner Opernstiftung und Staatsballett-Geschäftsführer, auf rund 120 000 Euro, vom lädierten Image ganz zu schweigen. Doch äußerlich scheint gerade eine gewisse Ruhe eingekehrt zu sein. Im Gespräch erweckt Vierthaler jedenfalls den Eindruck, dass die Leitung zu Zugeständnissen bereit sei. Es gab freilich auch mächtig Druck seitens der Politik.

In einem Punkt bleibt Vierthaler freilich bei seiner harten Haltung. Nach wie vor ist er nicht bereit, sich mit Verdi, wo 82 Prozent der Tänzer organisiert sind, an einen Tisch zu setzen. Seine Weigerung begründet er damit, dass Verdi bei Tarifverträgen mit künstlerischem Personal nicht zuständig sei.

Das Demi-Solisten-System soll abgeschafft werden

Außerdem sei ein „Nachahmungseffekt“ zu befürchten, der zu „Tarifzersplitterung nach verschiedenen Berufsgattungen“ führen und Arbeitsabläufe verkomplizieren könnte. Mit der Tarifkommission der Tänzer finden seit Wochen interne Gespräche statt. Die angestrebten Veränderungen sind in einem „Zusicherungskatalog“ festgehalten: Sie betreffen die Tariferhöhung zum 1. Januar 2015, Mindestgagen und Zulagen sowie Arbeitszeit, Urlaub und Gesundheitsschutz. Unter anderem soll das Demi-Solisten-System abgeschafft werden, mit dem der frühere Intendant Malakhov etliche Gruppentänzer beförderte. Die Forderungen der Tänzer seien eher niedrigschwellig, meint Vierthaler. Die Mehrkosten, die durch die Anpassungen des derzeit gültigen Tarifvertrags entstünden, bewegten sich in einer „vernünftigen Größenordnung“.

„Es gibt noch keine Einigung“, gesteht er. Aber er hofft, dass die Verhandlungen bis zum Ende der Spielzeit abgeschlossen sind. Für die Dauer der Gespräche wurde vereinbart, dass die Tänzer von weiteren Streiks absehen.

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