Kultur : Stille Wasser, überbrückt

ARCHITEKTUR

Jürgen Tietz

Gern schmückt sich Berlin damit, dass es mehr Brücken besitzt als Venedig. Die Brücken entlang der Spree ins rechte Licht zu rücken, ist das Ziel des Projekts con con – constructed connections – das der Verein Stadt-kunstprojekte angestoßen hat. Derzeit werden zwölf Projekte für Berliner Brücken im Aedes East Extension Pavillon vorgestellt (Hackesche Höfe, bis 28. Oktober, Katalog 12 Euro). Es sind interdisziplinäre Brückenschläge, die als Gemeinschaftsarbeiten von Architekten, Künstlern und Ingenieuren entstanden sind. Das Ergebnis ist eine reizvolle Mischung zwischen Kunst im öffentlichen Raum und Architektur. Die Ideen reichen von einer interaktiven Lichtinstallation auf der Monbijou-Brücke (Ian Liddle, Albert Weis) über ein Schiff als Swimmingpool nahe der Oberbaumbrücke (Susanne Lorenz, AMP Architekten) bis hin zur Simulation von Wasser auf der Friedrichsbrücke (Mischa Kuball mit Riken Yamaoto und Beda Faessler). Aber auch der Raum zwischen zwei Brücken kann durch den temporären Einbau von hölzernen Balkonen am Ufer zum Thema werden: als Orte für Aus- und Umschau, wie im Projekt von Tadashi Kawamata und Christoph Schonhoff für den Bereich zwischen Schloss- und Schleusenbrücke. Sieben der zwölf Projekte sollen im Mai 2004 verwirklicht werden. Doch trotz finanzieller Unterstüzung durch den Hauptstadtkulturfonds klafft derzeit noch eine Finanzierungslücke von rund 200000 Euro. Sie gilt es zu schließen, damit das Projekt nicht unter der Seufzerbrücke endet.

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