Kultur : "Stinkstiefel": Jens Sparschuh zeigt sich als Meister des Wortwitzes

Rolf Brockschmidt

Felix Dinkhübel ist ein Schuhnarr. Und pedantisch ist er auch. Er liebt Schuhe über alles, und da er alleine lebt, dreht sich sein Leben nur um die Fußbekleidung und die entsprechende Abteilung im Kaufhaus. Wäre da nicht der Nachbarsjunge Kevin, der ihn immer "Dinkhübel, Stinkstiefel" anzischt und ihm Reißzwecken in die Schuhe schiebt. Aber Herr Dinkhübel lässt sich so schnell nicht aus der Fassung bringen, wenngleich er nach außen hin schon ein wenig verschroben wirkt. Jens Sparschuh erweist sich wieder einmal als Meister des Wortwitzes, der spannend und hintergründig eine Geschichte erzählt, deren Ende man zunächst nicht für möglich halten würde. Und dass Herr Dinkhübel sich zur Not auch für Mädchenzeitschriften und Tamagotchis interessiert, hätte man auch nicht gedacht. Sparschuh zeichnet in Kevin und Dinkhübel zwei konträre Charaktere, die zunächst nicht zur Identifikation einladen. Aber je mehr man von Dinkhübel erfährt, desto einnehmender wird er. Das liegt vor allem an Dinkhübels Understatement und seiner nonchalanten Art, kleine Unglücke zu meistern. Das begreift am Ende auch Kevin. Freundschaften entstehen manchmal erst auf den zweiten Blick. Manfred Bofinger hat diese turbulente Geschichte treffend illustriert.

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