Kultur : "Sugar and Spice": Zuckerpuppe aus der Cheerleadertruppe

Tina Heidborn

Jungs lieben Mädchen wie Diane Weston: blond, blauäugig und zuckersüß. Mädchen wie Diane sind in der High School Captain des Cheerleader-Teams und kriegen immer die tollsten Typen ab. In normalen High School-Filmen werden Star-Mädchen wie Diane dann nicht sofort schwanger. Hier aber ist es so, und das verfrühte Familienglück führt dazu, dass die beiden von Zuhause rausfliegen. Doch alles halb so schlimm: Denn für Mädchen wie Diane Weston machen ihre besten Freundinnen im Cheerleader-Team alles, sogar einen Banküberfall. Statt mit Mathe schlagen sich die Fünf fortan mit der Vorbereitung ihres Coups rum. "Sugar and Spice" ist ein reichlich überdrehter, schneller Amüsierfilm mit Tanzeinlagen und Dialogen, in denen sich Teenager mit Pathos auf Popstar Madonna berufen. Die Mädels sind dabei wie jede Girlie-Band mit unterschiedlichen Typen besetzt - von knallhart über schlampig-lüstern bis unschuldig-religiös. Und dank Cheerleading haben sie mindestens zwei Dinge im Leben schon begriffen: Wenn Mädchen solidarisch handeln, können sie auf männliche Hilfe verzichten. Und: Übung macht den Meister, auch beim Bankenüberfallen.

Richtig bösartig wird "Sugar and Spice" kaum. Seine Optik aber ist eine einzige lustvolle Genre-Parodie: Selten sah man liebende Teenager zuckriger in Szene gesetzt, noch nie war Girlie-Mode so bunt. Außerdem hat sich die australische Regisseurin Francine McDougall bemüht, in jeder Szene eine amerikanische Flagge unterzubringen. Die Mädchen kommen ganz gut weg, gemein verfährt der Film nur mit dem Kindsvater. Der ist gnadenlos auf die - anderswo weibliche - Paraderolle des bildschmückenden Dummchens reduziert.

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