Kultur : Tausend Sonnen sollen scheinen Dem Lichtkünstler Heinz Mack zum 80.

Jens Hinrichsen
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Er steht derzeit im Rampenlicht. Das war nicht immer so. Aber 2011 ist ein Heinz-Mack-Jahr, mit großen Soloausstellungen in Bonn, Düsseldorf, Mönchengladbach und Bielefeld. In der vergangenen Woche sollte auch in Bahrain eine Mack-Schau eröffnet werden, die aufgrund der Unruhen in den Herbst verschoben ist. In die glühende Sonne hat es Heinz Mack, der heute 80 Jahre alt wird, schon früher gezogen. Ab 1958 entwickelte er sein „Sahara-Projekt“, für das er in Tunesien künstliche Gärten, Lichtstelen, Spiegel-Installationen und Sandreliefs schaffen wollte, aber an finanziellen Problemen scheiterte.

Wie wenige andere setzte sich der Künstler seit den Fünfzigern für die Erneuerung der Kunst ein. Seinem Ingenieursgeist und seinem Interesse an Naturphänomenen haben etwa die Arbeiten eines Olafur Eliasson viel zu verdanken. Zentrales Medium ist immer das Licht gewesen, Leitidee die artifizielle Durchdringung der Welt.

1931 im hessischen Lollar geboren, beginnt Mack 1950 sein Studium in Düsseldorf. Drei Jahre später belegt er dazu das Fach Philosophie, eine folgenreiche Entscheidung. Wie seinem Kommilitonen Otto Piene schwebt Mack ein geistiger Aufbruch in der Nachkriegskunst vor. 1958 gründen sie zusammen die Gruppe Zero, zu der sich 1961 Günter Uecker gesellt. Das Trio fasst Zero weniger als Gruppenbegriff denn als Bezeichnung für eine Bewegung auf, der sich viele Künstler verbunden fühlen. „Zero ist die Stille. Zero ist der Anfang“, schreiben sie in einem Manifest. Aus der Malerei kommend, wollen sie die Malerei befreien und mit Materialien arbeiten, die in der bisherigen Kunstgeschichte nicht zum Einsatz gekommen sind.

Fasziniert von silbern schimmerndem Aluminium, schafft Mack seine ersten Stelen und Reliefs in diesem Material. In Handarbeit prägt er Muster hinein, die im Licht vibrieren. Plexiglas und Wellglas sorgen für weitere Lichtbrechungen, mittels Rotoren und Spiegeln werden die Reflexwirkungen weiter gesteigert. Neben solchen kinetischen Skulpturen entstehen „Dynamische Strukturen“, also Bilder, die auf Skalen von Schwarz-Weiß- und Farbwerten aufbauen und aus vertikal und horizontal gefügten Geraden bestehen. Jens Hinrichsen

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