Kultur : Teilen und vereinen

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Ursprünglich gab es in West-Berlin einen Senator für Volksbildung, als Zusammenfassung aller Bereiche von Schule, Wissenschaft und Kultur: Walter May (SPD, 1949-1951), dannJoachim Tiburtius (CDU) von 1951-1963. Danach wurden die Bereiche Schulwesen sowie Wissenschaft und Kunst eigenständig. Adolf Arndt (SPD) prägte das neue Amt 1963/64, Werner Stein (SPD) gab ihm 1964 bis 1975 Profil. Ihm folgte Gerd Löffler (SPD) bis 1977. Alle drei Senatoren waren mehr im Hochschulbereich engagiert. Eine eigenständige Kulturverwaltung wurde 1977 unter Dieter Sauberzweig (SPD) eingerichtet. Ihm folgten 1981 Wilhelm Kewenig (CDU) und 1983 Volker Hassemer (CDU). Dessen sechsjährige Amtszeit war die letzte große Blütezeit des West-Berliner Subventionswesens.

Das Interregnum von Anke Martiny (SPD) zur Wendezeit 1989-91 war vom Zusammenfügen der beiden Stadthälften geprägt. Ulrich Roloff-Momin (parteilos, von der SPD nominiert) war dann der erste Amtsinhaber, der den Abbau von Kultureinrichtungen exerzieren musste – sein Fazit: „Kultur zuletzt“.

Seit 1996 waren Kultur und Wissenschaft wieder vereint. Auf Peter Radunski (CDU), in Erinnerung geblieben durch seine „Bemühenszusagen“, folgten 1999 Christa Thoben (CDU), die alsbald das Handtuch warf, und Christoph Stölzl (CDU). Mit Adrienne Goehler kam 2001 eine Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen ins Amt. Seit dem 17. Januar 2002 amtierte Thomas Flierl (PDS), der jetzt aus dem Senat ausscheidet – fallen gelassen vom Regierenden Bürgermeister, aber auch von seiner eigenen Partei. Die Verlagerung der Zuständigkeit auf die Senatskanzlei bedeutet das Ende des Senatorenpostens – nicht jedoch das Ende der Verwaltung, die, wie Soziologen wissen, noch jeden politischen Wandel übersteht. BS

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