• Theaterdonner im Rathaus: Spandaus Bürgermeister Birkholz im Clinch mit Parteifreund Hanke

Kultur : Theaterdonner im Rathaus: Spandaus Bürgermeister Birkholz im Clinch mit Parteifreund Hanke

Rainer W. During

Kultur-Streit auf der Zitadelle: Während zwei Bewerber um die künftige Nutzung des Theaters "Neue Bühne" rangeln, gibt es um die Neuvergabe der Sommerfestspiele auf der Freilichtbühne eine Kontroverse zwischen Kulturstadtrat Gerhard Hanke und Bürgermeister Konrad Birkholz (beide CDU). Das Verhältnis zwischen den Parteifreunden gilt als gespannt, seit Hanke zum neuen Kreisvorsitzenden der CDU gewählt wurde und der Kladower Ortsverband um Birkholz ohne Mandat blieb. Und der scheidende Intendant des Altstadt-Theaters, Matthias Diem, wirft Hanke vor, die Rückführung der Spielstätte in Bezirksregie als politische Entscheidung von langer Hand vorbereitet zu haben.

Wie berichtet, hatte der Stadtrat vom Altstadt-Theater ein Programmkonzept samt Finanzierungsvorschlag gefordert, jedoch keine Zusagen für die übliche Förderung gemacht. Nachdem auch ein Sponsorenmodell gescheitert war, musste der Verein Ende vorigen Jahres aufgeben. Sofort danach sei von Hanke die zuvor stets abgelehnte Renovierung der Freilichtbühne eingeleitet worden, sagt Diem. Im Januar habe der Kammerchor "Cantiamo" als neuer Partner neben der üblichen 50 000 Mark auch noch eine Ausfallbürgschaft über 20 000 Mark erhalten.

Konrad Birkholz äußerte Unverständnis darüber, dass von dem Verein nach fünf Jahren plötzlich ein Vorab-Konzept gefordert wurde. Bei rechtzeitiger Information hätte er nachgehakt, sagte der Bürgermeister, der sich auch von der plötzlichen Renovierung der Freilichtbühne überrascht zeigte. In einem Brief an Diem schrieb er: "Nicht auf alle fehlbesetzten Rollen hat jeder Intendant - je nach Metier - unbedingt Einfluss." Auf Nachfrage wollte Birkholz seine Äußerung nicht weiter kommentieren. Streit mit Hanke habe er nicht, alles laufe "ganz normal unter Kollegen".

Weil seine Kritik in einer Zeitung erschien, ließ Hanke auf der jüngsten Bezirksamtssitzung Birkholz fürs Protokoll erklären, nicht mit dem Blatt gesprochen zu haben. Vom Rechtsamt ließ er sich die alleinige Entscheidungsgewalt bestätigen. Damit sei die Sache für ihn erledigt, so Hanke.

Streit gibt es auch um die Neue Bühne auf der Zitadelle. Sie war vom Altstadt-Theater, das nach eigenen Angaben rund 150.000 Mark in die Ausstattung investierte, bisher für Gemeinschaftsproduktionen mit dem Kunstamt kostenlos genutzt worden. Nachdem jetzt das bisher provisorisch auf der Zitadelle untergebrachte Puppentheater Regina Wagner dort einziehen möchte, hat auch der ebenfalls in der CDU aktive Vorsitzende des Altstadt-Theaters, Thorsten Hanf, ein Konzept präsentiert. Sein Verein möchte die Bühne weiter für Gastspiele und Eigenproduktionen mit Stücken für Kinder und Erwachsene nutzen und am 4. Juli starten. Während Hanf für eine Kooperation mit dem Puppentheater ist, befürchtet man dort eine unliebsame Konkurrenz. Beide Seiten werfen sich mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. Hanke will die Gegner jetzt an einen Tisch holen.

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