• Thoben will die Mittel kürzen - Nur 75 Millionen Mark für Baumaßnahmen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Kultur : Thoben will die Mittel kürzen - Nur 75 Millionen Mark für Baumaßnahmen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Kultursenatorin Christa Thoben will in diesem Jahr für die Baumaßnahmen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz lediglich 75 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Dies bestätigte sie in einem Interview für die heute erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Focus". Auf die Frage, ob sich die geplante Sanierung der Museumsinsel dadurch verzögere, sagte Thoben: "Die Stiftung hofft, dass uns noch etwas einfällt. Ich sehe da aber momentan keine Möglichkeit." Der Berliner Anteil an den Baumitteln der Preußen-Stiftung muss in diesem Jahr 100 Millionen Mark betragen, um die in dieser Höhe zugesagte Beteiligung des Bundes tatsächlich zu erhalten. Eine Beschränkung der Berliner Mittel auf 75 Millionen Mark zieht eine entsprechende Kürzung der Bundesmittel zwingend nach sich. Die auf zehn Jahre veranschlagte Dauer der Wiederherstellung der Museumsinsel lässt sich nur einhalten, wenn die Mittel, wie geplant, auf 200 Millionen Mark jährlich steigen.

In dem Interview nimmt die Senatorin auch zu der möglichen Übernahme von Berliner Kultureinrichtungen durch den Bund Stellung. Die Übernahme des Berliner Philharmonischen Orchesters lehnt sie vehement ab. Staatsminister Naumann könne "sich nicht die Rosinen herauspicken, und Berlin wird dann beschimpft, weil es mit dem Rest nicht zurechtkommt." Hingegen möchte Thoben die Berliner Festspiele ganz dem Bund zuweisen, "da sie ohnehin aus gesamtpolitischem Interesse geschaffen wurden", ferner "auch das Jüdische Museum als nationale Angelegenheit dem Bund überlassen." Allerdings müsse dann der Bund "auf Dauer" die von Berlin aufgebrachten Baukosten - sie betragen bislang über 120 Millionen Mark - "zurückzahlen".

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