Veranstaltungen : Faithfull singt

Das neue Programm von Schloss Neuhardenberg steht fest: die Gäste erwarten wahre Kultur-Orgien.

Eva Kalwa

Denkzwischenfälle schaffen ist ein hübsches Wort. Es vereint zeitliche Begrenztheit mit der Option auf gedankliche Grenzüberschreitung. Bernd Kauffmann, Chef der Stiftung Schloss Neuhardenberg, umschreibt damit eine der zentralen Aufgaben von Kunst und Kultur. Am Donnerstag stellte Kauffmann das neue Halbjahresprogramm der Stiftung im Literaturhaus Berlin vor. In einer bereits charakteristischen Mischung finden in dem Schloss rund 70 Kilometer östlich von Berlin über 40 Debatten, Konferenzen, Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt. Der besondere „Neuhardenberger Stil“ habe zuletzt zu einer Besucherauslastung von rund 90 Prozent geführt, berichtet Kauffmann.

Den Auftakt bildet am 15. März ein Gespräch zwischen Richard von Weizsäcker und Peter Stein über „Das Theater um die Macht“. Am Ostersonntag folgt eine Uraufführung: Marianne Faithfull präsentiert in der Schinkel-Kirche mit Erik Friedlander am Cello Shakespeares Sonette. „Die Form ist noch völlig offen“, so Kauffmann. „Eine Liszt-Beethoven-Orgie“ erwartet die Klassik-Fans im Juli: An zwei Tagen spielt der amerikanische Pianist Uri Caine alle Beethoven-Symphonien in Franz Liszts Transkription für Klavier und gibt musikalische Kommentare dazu. Auch die literarischen Veranstaltungen verheißen anregende „Zwischenfälle“, unter anderem mit Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger, Durs Grünbein und Ingo Schulze. Zu politischen Debatten werden Hans Dietrich Genscher, Lech Walesa, Rita Süssmuth und Boutros Boutros-Ghali erwartet. Infos: www.schlossneuhardenberg.de. Eva Kalwa

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