Vor dem Kinostart von "Batman v Superman" : Warten auf das Duell der Giganten

Am Donnerstag startet er weltweit in den Kinos, Zack Snyders Blockbuster "Batman v Superman". Die Trailer verraten: Es wird heftig bei der ersten Begegnung der Superhelden in einem Realfilm. Und vielleicht auch politisch-philosophisch.

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Krieg der Superhelden. Ben Affleck (l) als Batman/ Bruce Wayne und Henry Cavill als Superman/ Clark Kent in "Batman v Superman: Dawn Of Justice".
Krieg der Superhelden. Ben Affleck (l) als Batman/ Bruce Wayne und Henry Cavill als Superman/ Clark Kent in "Batman v Superman:...Foto: dpa/Warner Bros.

Wird das 'ne Doppelspitze oder was? Batman und Superman, die gemeinsam die Welt retten, ab Donnerstag im Kino, wo sich die beiden Comichelden erstmals in ihrer Geschichte im Realfilm begegnen? Von wegen. Das wird ein Krieg unter Chefs, und was für einer! Duell der Giganten, so ähnlich wird Zack Snyders am Donnerstag startender Blockbuster "Batman v. Superman: Dawn of Justice" in den Trailern und Vorabberichten beworben. Zwei Superhelden, die sich nach Kräften bekämpfen, in Gotham, sprich: New York als ihrem Schlachtfeld.

Popcornkino? Es geht auch um philosophische Fragen wie: Welche Helden braucht das Land? Braucht es überhaupt noch welche? Was tun, wenn die Macht den Charakter deformiert und die übermenschliche Power eine Hybris hervorbringt, die den Retter der Menschheit in deren größte Bedrohung verwandelt? Klar, dass gegen so einen Superman nur ein anderer Held helfen kann, sprich: Batman. Der größte Gladiatorenkampf der Weltgeschichte, sagt Jesse Eisenberg als Superman-Widersacher Lex Luthor in einem der Trailer: Gott gegen Mensch, Nacht gegen Tag. Und fragt diabolisch, wie die älteste Lüge Amerikas lautet. Antwort: Macht könne unschuldig sein. Mal sehen, ob sich das bei den Bond-Filmen und im Superheldengenre längst beliebte Role-Model des Helden in der Krise, der Blessuren und Schwächen zeigen darf, mit Snyders Film erledigt hat und von der radikalen Infragestellung jeglicher Heldenidentität abgelöst wird.

Affleck fand sich zu alt für die Rolle, sein Batman im Film spielt darauf an

Die ersten Reaktionen jener Fans, die den Film unter strengen Geheimhaltungsauflagen bei der New Yorker Premiere in der Radio City Music Hall am Sonntag sehen konnten, fallen gemischt aus, Begeisterung und Enttäuschung halten sich die Waage. Viele mögen Ben Affleck als den neuen Bruce Wayne alias Batman, wie sie per Twitter mitteilen. Affleck hatte ja erst abgelehnt, weil er mit "Daredevil" schlecht wegkam und sich für die Rolle zu alt fand. Ebenfalls neu tritt Gal Gadot als Wonder Woman in Erscheinung, auch sie erstmals in einer Realverfilmung der Comic-Klassiker. Henry Cavill ist als Superman bereits eingeführt, außerdem wieder dabei: Amy Adams (Lois Lane), Diane Lane (Martha Kent), Laurence Fishburne (Perry White). Hinzu kommen neben Jesse Eisenberg auch Holly Hunter als US-Senatorin und Jeremy Irons als Bruce Waynes Butler Alfred. 

Schöner Dialog zwischen den beiden, ebenfalls in einem der Trailer zu sehen. Batman: "Ich werde langsam auf meine alten Tage". Alfred: "Sogar Sie sind zu alt geworden, um jung zu sterben. Nicht dass es an Gelegenheiten gemangelt hätte." Geht's da nur um das Alter des Flattermanns? Seines Darstellers? Oder ums Comicgenre schlechthin?

Wird "Batman v Superman" der teuerste Film aller Zeiten?

Sieht jedenfalls ganz gut aus, das Superman-Logo, überwölbt vom Batman-Emblem. Wird's mehr als eine Kopfgeburt? Als der gute alte Actionspaß? Einer der US-Trailer beginnt mit einem 9/11-ähnlichen Hochhauseinsturz: Reflektiert Amerika erneut seine nationalen Traumata? Kurz: Wird die Blockbuster-Gemeinde die Kinos stürmen, und noch ein paar mehr Zuschauer? Für Warner Bros. hängt schon wegen des hohen Budgets einiges vom Kassenerfolg ab. "Batman v. Superman" spielt in der Liga der teuersten Filme aller Zeiten mit, mit mindestens 250 Millionen Dollar Produktionskosten. Die "Latino Review" spricht gar von 410 Millionen - was der Summe für "Fluch der Karibik 3" entspräche, dem aktuellen Rekordhalter. Könnte aber auch sein, dass die Zahl die Marketingkosten mit einschließt. Oder sind die Kosten explodiert? Warner hält sich bei Informationen zum Budget bedeckt, wie üblich in der Branche.

Und wer gewinnt? Mein Kollege Sebastian Leber hat das gemeinsam in seinem mit Yvonn Barth verfassten Buch "Ernie gegen Bert + 99 andere Duelle" (Goldmann, 2013) bereits geklärt: Beim Ranking zwischen den beiden wichtigsten Superhelden der Popgeschichte (Fitness, Ausrüstung, Outfit etc.) siegt Batman mit 5:4. Die schönste der im Buch erwähnten Szenen mit den beiden (die sich zwischen zwei Comicbuchdeckeln ja durchaus schon getroffen haben) sei hier zitiert. Treffen sich Batman und Superman auf einem Kreuzfahrtschiff, teilen sich das Bett. Batman schnappt sich die Decke, Superman guckt angesäuert, überlässt Batman aber das Laken. In Znyders Film scheint Superman seinen Charakter gründlich verändert zu haben...

Am Donnerstag, den 24. März, erfahren wir, wer auf der Leinwand gewinnt: Dann startet "Batman v Superman" in den deutschen Kinos - und im Rest der Welt.

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