• Warum die Grünen so alt aussehen - Die Jugendlichen vermissen bei der Partei die positiven Ziele

Kultur : Warum die Grünen so alt aussehen - Die Jugendlichen vermissen bei der Partei die positiven Ziele

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Die Grünen sind alt geworden. Das ist zwar keine neue Erkenntnis, und insofern überrascht es auch nicht, dass sie der jugendpolitische Sprecher der Grünen, Christian Simmert, ausspricht (siehe Interview). Wie "alt" die Grünen aber tatsächlich aussehen, belegen die Ergebnisse der Shell-Studie. Die so oft zitierte Politikverdrossenheit bei den Jugendlichen ist noch einmal dramatisch angestiegen, vor allem im Osten. Und die Partei, die es am härtesten trifft, sind die Grünen. Nahezu halbiert habe sich die Gruppe der Sympathisanten der Partei.

Es gibt naheliegende Vermutungen, warum die Grünen gerade jetzt so negativ beurteilt werden: Zum Beispiel, weil sie als Regierungspartei pragmatischer daherkommen muss als früher. Oder weil der Wandel von einer Turnschuhpartei zu einer Politikergeneration mit Designerklamotten zu schnell ging. Oder weil schlechte Öffentlichkeitsarbeit wie beim Fünf-Mark-Beschluss für Benzin geschadet haben. Aber die Studie sagt: Alle diese Gründe können zwar mit hineinspielen, verantwortlich für die schlechte Beurteilung sind sie aber nicht. "Viele Jugendliche", heißt es, "erleben diese Partei und ihre Positionen als sehr negativ." Es bleibe unklar, welche positiven Ziele sie habe und inwieweit diese zur Lösung der Probleme beitragen kann. Vor allem beim Thema Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sehen viele Jugendliche vor allem bei den Grünen überhaupt keine Lösungsstrategien.

Noch immer besitzen die Grünen auch bei den Jugendlichen hohe Kompetenz für Themen wie Umweltzerstörung und Atomausstieg, aber diese Themen beherrschen nicht die Ängste und Sorgen der Befragten. Immerhin ist sich die Partei in ihrer Eigenkritik, die sie gerade im ersten Jahr der rot-grünen Regierung öfters artikuliert hat, mit einer Kritik der Jugendlichen einig: Den Grünen gelingt es nicht, die positiven Aspekte ihrer Politik zu vermitteln.

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