Kultur : Was die Komische Oper Berlin plant

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Auf Nummer Sicher geht die Komische Oper in der kommenden Saison. Und auf unternehmensberatenen Füßen. Die sechs Musiktheaterpremieren, darunter eine Kinderoper, zeigen Bewährtes, von bewährter Hand inszeniert: Den Auftakt im September, Kurt Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“, nehmen Intendant Andreas Homoki und der 2007 in die Freiberuflichkeit scheidende Generalmusikdirektor Kirill Petrenko selbst in die Hand. Hans Neuenfels inszeniert danach Mozarts „Zauberflöte“, Willy Decker Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“, und Peter Konwitschny Lehárs „Das Land des Lächelns“. Barrie Kosky, dessen Berliner „Grand Macabre“-Inszenierung derzeit in Graz zu sehen ist, wird Glucks „Iphigenie auf Tauris“ übernehmen. Auch weiterhin wird die Komische Oper im Rahmen von „Komische Oper Akut“ Studenten der Universität der Künste Gelegenheit zur Erprobung geben.

Achtmal tritt das Orchester zu Sinfoniekonzerten an, die von Petrenko, Sebastian Weigle, Stefan Soltesz, Constantinos Carydis und den zwei neuen Kapellmeistern Markus Poschner und Kimbo Ishii-Eto geleitet werden. Zweimal spielt es im Rahmen von „Komische Oper Kino“ zu Stummfilm-Klassikern auf. Daneben gibt es ein Gastspiel in Dortmund, und noch in diese Saison fällt ein Auftritt in Athen. Der neuen geschäftsführenden Direktorin, der aus Salzburg stammenden Susanne Moser, liegen solcherart Gastspiele am Herzen. Mit der Unternehmensberatung McKinsey hat sie über Strategien nachgedacht, die Senkung des jährlichen Zuschusses von 30,1 Millionen Euro im Jahr 2004 auf 25,7 Millionen im Jahre 2009 abzufedern. Immerhin ist im Vergleich zum Vorjahr die Auslastung – zumindest von Januar bis März – um sechs Punkte auf 66 Prozent gestiegen. Moser plant, das Haus verstärkt zu vermieten, die Zahl der Gastspiele zu erhöhen, das Sponsoring aufzubauen und eine Develoment Abteilung einzurichten, damit die Förderer des Hauses „professionell“ betreut werden können. cte

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