Was machen wir heute? : Einen Dichter besuchen

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Kleine Quizfrage: Wer war es? Am 30. 12. 1819 in Neuruppin geboren, Apotheker, mit 18 erste Gedichte, dann Novellen, Satiren, Balladen, Romanzen, Reportagen, Reiseberichte, Romane und 11 000 Briefe, und alles schwungvoll mit der Hand, manches von jener Art Literatur, für die der 75-Jährige die Ehrendoktorwürde der Uni erhielt und mit Huldigungen überschüttet wurde, wiewohl er sich 20 Jahre lang als Theaterkritiker nicht nur Freunde gemacht haben dürfte.

Natürlich wissen Sie, quiz- und auch sonst gebildeter Leser, längst, wer gemeint ist, aber wir möchten doch nicht unerwähnt lassen, wie unser Rate-Mann die Verlobung mit seiner späteren Frau Emilie beschrieb. Es ist der 8. Dezember 1845, beide kommen von einer Geburtstagsfeier, „plauderhaft und etwas übermütig“, also angeschickert, „es war wenige Schritte vor der Weidendammer Brücke, daß mir dieser glücklichste Gedanke meines Lebens kam“: Über der Spree muss es also gewesen sein, dass „sich mir im Laufe des Gesprächs mit einem Male die Betrachtung aufdrängte: Ja, nun ist es wohl eigentlich das beste, dich zu verloben“.

Fünf Jahre später heiratet das Fräulein den Theodor Fontane in der Parochialkirche. Fünf Jungen bekommen sie und ein Mädchen. Im September 1898 beendet der Tod die Wanderschaft durchs Berliner Leben und Brandenburger Land. Am 7. Mai 1910 kommt der Dichter als Denkmal in den Tiergarten – und jetzt hat Fontane auch sein eigenes Mausoleum. Die kleine Kapelle auf dem Friedhof II der Französisch-Reformierten Gemeinde in der Liesenstraße 7, genau dort, wo der Dichter dereinst aufgebahrt war, ist zum Fontane-Museum geworden. Zwischen Landschaftsbildern erzählen Texte und Bilder auf sechs erleuchteten Säulen das Leben des Mannes, der, mit Emilie vereint, wenige Meter entfernt in seinem Ehrengrab ruht. Fontane ist zu Fontane gekommen. Eine Rose für Theodor! Lothar Heinke

Die Ausstellung ist Mo. bis Do. von 9-16 Uhr und Fr. bis 15 Uhr geöffnet, Sa. und So. leider (noch) nicht.

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