Was machen wir heute? : Ferien planen

Sigrid Kneist

Dieses Schuljahr ist völlig verkorkst. Nicht, dass Fünfen oder gar Sechsen auf Charlottes Zeugnis drohen, die Lehrer nichts taugen oder der Unterricht todlangweilig ist. In diesen Beziehungen gibt es nicht mehr zu klagen als sonst auch. Es nervt vielmehr, wie die Ferien übers Jahr verteilt sind. Im Herbst waren es nur sieben Tage, die derzeitigen Weihnachtsferien gehen in die dritte Woche, die Osterferien beginnen Mitte März, und Pfingsten ist bereits Anfang Mai. Dabei endet das Schuljahr spät im Juli.

Wir genießen zwar zurzeit den Schnee in den Bergen, aber viel lieber wären wir erst Ende des Monats oder Anfang Februar gefahren – so wie in den vergangenen Jahren. Da sind die Tage schon wieder etwas länger. Wenigstens können wir in den Urlaub fahren. Viele andere aber müssen in Berlin bleiben. Was macht man hier drei Wochen lang im Winter? Für etliche Kinder heißt das bestimmt: Glotzen und Computern bis zum Anschlag. Manchen Lehrern graut deshalb schon vor dem Schulbeginn nächsten Montag, wenn sie wieder unterrichten müssen. Erholt und entspannt sind Kinder nämlich nach wochenlangem TV-Konsum und pausenlosen Ballerspielen am PC oder an der Playstation nicht.

Hier fragt man sich doch, welch weltfremde Bürokraten auf eine solche Planung kommen. Die Bildungsverwaltung weist alle Schuld zurück: Wir können nichts dafür; das liegt alles an Ostern, das in diesem Jahr bereits am 23. März gefeiert wird. Damit wäre der Abstand zu den üblichen Winterferien zu kurz gewesen. Deshalb lassen wir diese ausfallen und hängen die freien Tage an die Weihnachtsferien.

Na ja, für den Kirchenkalender kann die Senatsverwaltung wirklich nichts. Der ist schon ein paar Jährchen älter und legt fest, dass Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Also lasse ich die Ausrede der Verwaltung ausnahmsweise gelten. Aber ich gucke weiter genau hin. Sigrid Kneist

Im kommenden Jahr fällt Ostern auf den 12. April. Dann wird eine solche Ferienplanung nicht mehr akzeptiert.

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