Kultur : Westwärts

Die Pop-Legende Frankie Laine ist tot

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Dem Western drückte er sein Brandzeichen auf: Frankie Laine, Gigant und Dinosaurier der amerikanischen Pop-Geschichte. 100 Millionen Schallplatten hat er während seiner vierzigjährigen Karriere verkauft. Allein schon mit „Rawhide“, der Melodie der TV–Serie „Cowboys“, zu deren ersten Helden ein junger Schauspieler namens Clint Eastwood zählte, wird Frankie Laine in die ewigen Jagdgründe einreiten. Diese Woche ist der Mann gestorben, der den klassischen Western gesungen, besungen hat. Er wurde 93 Jahre alt.

Western ist italo, immer schon. Als Francesco Paolo LoVecchio wurde er 1913 in Chicago geboren, ein Sohn sizilianischer Emigranten. Vater soll Al Capone die Haare geschnitten haben, Großvater starb bei einem Mafia-Showdown. 1932 gewann Francesco, der noch Caruso live gehört hat, in Atlantic City einen Tanzmarathon. 3501 Stunden, in 146 Tagen: Weltrekord. Mitte der vierziger Jahre ging er nach Kalifornien, Nat King Cole gab ihm Starthilfe. „That’s My Desire“ war sein erster Hit, in den Fünfzigern folgten Dutzende – „Cry of the Wild Goose“, „Hey Good-looking“, „Sixteen Tons“, „Lucky Old Sun“. „Do Not Forsake Me“, das berühmte Lied aus „High Noon“ (im Original von Tex Ritter gesungen), wurde auch für Laine ein Standard. Jahre vor den Beatles und Elvis Presley war es Frankie Laine, der andere Sinatra, der mit seinem Bariton weibliche Fans ins Ekstase sang.

Das Western-Genre hat er lange überlebt. Und er hatte Humor genug, für Mel Brooks Klamotte „Blazing Saddles“ die Titelmelodie zu singen. Noch 1988 war der Kraftkerl wieder mal auf England-Tour, 25 Shows in 21 Tagen. R. S.

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