Kultur : Wie sich Regina Ziegler die Zukunft der Filmfestspiele vorstellt

Welches sind die unverwechselbaren Qualitäten

Wie sieht die Berlinale der Zukunft aus? Was bleibt, was kommt? Wir haben die Spezialisten befragt: Regisseure, Produzenten, Kritiker, Förderer und Festival-Stammgäste aus dem In- und Ausland. Die Antworten täglich auf dieser Seite.

Welches sind die unverwechselbaren Qualitäten der Berlinale?

Die Berliner Filmfestspiele sind schon immer aufgrund der geografischen Lage von Berlin der Brückenschlag zwischen Ost und West gewesen. Daran hat sich auch heute nichts geändert. Nirgendwo auf der Welt können Sie diese Bandbreite der neuesten Produktionen weltweit anschauen.

Wie sollte das Festival reformiert werden?

Die Berlinale hat eine geringe Ausstrahlung über Berlin hinaus, das muss sich grundlegend ändern, denn die Berliner Filmfestspiele sollen ein internationales Ereignis sein, das wie die Filmfestspiele in Cannes auch entsprechende Highlights bietet. Da in Berlin - im Gegensatz zu Cannes - die internationalen Stars immer an einer Hand abzuzählen sind, muss man versuchen, das zu ändern und zusätzliche Begleitprogramme zu etablieren. Ich denke daran, dass man die bedeutendsten Schriftsteller der Welt, deren Werke in den letzten zwei Jahren zu großen Erfolgen umgesetzt wurden, auf ein Podium zum Thema Literaturverfilmungen setzt. Ich denke daran, dass die Musiken, die in Verbindung mit Film entstanden sind und zu Welthits wurden, in einer Galanacht mit großen Orchester präsentiert werden. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht verraten, denn: Die Mitbewerber schlafen nicht!

Wie wünschen Sie sich die zukünftige Festivalleitung?

Ich wünsche mir eine(n) Frau/Mann, die/der alle Türen öffnen kann und sich im internationalen Filmgeschäft so sicher bewegt, dass jeder gerne hinschaut. Sie/er muß ein Näschen für Überraschungen haben und diesen Job wie einen bezahlten Urlaub geniessen.Regina Ziegler ist Film- und Fernsehproduzentin. Einer ihrer letzten Filme "Solo für Klarinette "(Regie: Nico Hofmann) lief 1999 auf der Berlinale. Weitere Informationen gibt es über www.ziegler-film.com .

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