Kultur : Wieland sagte

Gorvin-Preis für Anja Silja, Laudatio: Robert Wilson

Sybill Mahlke

Wieland Wagners Evchen in den Bayreuther „Meistersingern“ 1963: Stolz ist in der hochgewachsenen Gestalt und noch ein Hauch von Kindlichkeit in ihrem Gesang. So kommt Anja Silja per Film ins Studio der Akademie der Künste, die ihr den Joana Maria Gorvin-Preis verleiht. Jurymitglied Henning Rischbieter verliest Ivan Nagels Begründung: Glück des neuen Erlebens gegensätzlicher Rollen und „dass Oper wesentlich Drama ist“.

So wie die Namensgeberin des Preises 17-jährig Jürgen Fehling begegnete, seine Protagonistin wurde und als Schauspielerin „alles von ihm“ (Gorvin) empfing, ist ihr Schicksal dem Anja Siljas nahe. Hochachtungsvoll erwähnt die 65-jährige Sängerin die „Ähnlichkeit unserer Karrieren“, geprägt von zwei „gigantischen Regisseuren“. Alles, was sie bis heute auf der Bühne leiste, sei „ihm gewidmet“: Wieland, 1966 gestorben, Geliebter und Meister, sie die „optische Sängerin“. Aus der Senta und Desdemona ist die Emilia Marty und die Küsterin geworden, ihre derzeit bevorzugten Janácek-Rollen, mit denen sie auch nach 40 Jahren triumphale Rückkehr an die Deutsche Oper Berlin gefeiert hat.

SHE SAID TO ME WIELAND SAID: So Robert Wilson in seiner Laudatio, die ein schöpferisches Geschenk an die Preisträgerin ist. Ein Prosagedicht in artifiziellem basic English , minutenschnell mit zartem Staccato-Charme vorgetragen. Der Regisseur geht auf die gemeinsame Arbeit an einem Zürcher „Lohengrin“ mit Silja als Ortrud ein, bei der die Sängerin zum „ungebremsten Fan“ Robert Wilsons wurde. AND THIS IS FOR HER IS IS IS FOR ME BEING WITH HER ... THIS HYMN I HYMN FOR YOU TODAY WITH LOVE LOVE LOVE LOVE LOVE ... LOTS OF LOVE ... FOR YOU A N J A A A A A A A A A A A

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