Kultur : Wirbel um Hauptdarstellerin des Berlinale-Siegerfilms

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Sibel Kekilli, Hauptdarstellerin des BerlinaleSiegerfilms „Gegen die Wand“ von Fatih Akin, ist früher als Akteurin in Pornofilmen aufgetreten. Einen entsprechenden, groß aufgemachten Bericht in der „Bild“-Zeitung vom Montag bestätigten die Produzenten des Akin-Films. „Zum Zeitpunkt der Besetzung war uns Sibels Vorgeschichte bekannt“, heißt es in einer Mitteilung. „Dies war uns aber gleichgültig, denn uns haben ihre schauspielerischen Fähigkeiten interessiert.“ Regisseur Fatih Akin: „Der einzige Grund, warum wir damit nicht vorher an die Öffentlichkeit gegangen sind, war, Sibel zu schützen.“ Kekilli hatte bis vor anderthalb Jahren in sechs Pornofilmen mitgewirkt und war darin als „türkisches Früchtchen“ angepriesen worden.

Für „Gegen die Wand“ hatte die Heilbronner Verwaltungsangestellte an einem regulären Casting teilgenommen und sich gegen 350 Mitbewerberinnen durchgesetzt. Der Film lebt wesentlich von ihrer vitalen Darstellung einer jungen Türkin in Deutschland, die sich aus den Fesseln ihres Elternhauses löst, um ein – auch sexuell – freies Leben führen zu können. Berlinale-Chef Kosslick lobte Kekilli als „wunderbare Schauspielerin“ in einem „großartigen“ Film. „Ihre Vergangenheit interessiert uns in diesem Zusammenhang überhaupt nicht. Wir wünschen ihr, dass sie aus dieser unangenehmen Mediensituation unbeschadet herauskommt.“

Der Verleih timebandits hat den Filmstart von „Gegen die Wand“ inzwischen vom 22.April auf den 11. März vorverlegt – im Umfang wie von Anfang an geplant: Gedacht ist an einen Einsatz vor allem in Großstädten mit zunächst 60 Kopien. jal

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