Kultur : WM-Senderechte: Nur keine Pleite

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Eigentlich sind wir ja wieder wer. "Ruuudi", wie ihn der Volksmund in Fußballstadien gerne ruft, Rudi Völler hat dafür gesorgt, dass wir die Vergangenheit schon fast vergessen haben. Wer denkt heute noch an das Aus bei der Fußball-Europameisterschaft 2000 in Holland und Belgien, wo uns die dritte Garnitur der Portugiesen aus dem Turnier geworfen hat. Jetzt aber: 2 : 0 gegen Griechenland, 1 : 0 in England. Im Wembley-Stadion! Danach wurde es abgerissen.

Dieses deutsche Hochgefühl ist nicht nur für unseren Stolz von äußerster Bedeutung, sondern auch für: Leo Kirch. Der will schließlich, dass möglichst viele deutsche Zuschauer Interesse an der WM 2002 in Asien haben. So hängt das eine mit dem anderen zusammen. Die Deutschen im allgemeinen freuen sich, weil sich die Nationalmannschaft qualifiziert, Leo Kirch im besonderen freut sich, weil er die Preise erhöhen kann.

Aber kann Kirch wirklich sicher sein? Hat die deutsche Kickkultur schon wieder so viel Vertrauen verdient? Denken wir nur an die jüngste, noch nicht vergessene Vergangenheit: an unsere Idole in Schwierigkeiten, Franz Beckenbauer, Boris Becker, die unehelichen Kinder... Nicht auszudenken, wenn nun auch noch irgendwo auf der Welt, zwischen Leverkusen und Albanien, ein kleiner "Ruudi" auftauchen würde.

Völler als ehrliche Haut würde sofort seinen Job schmeißen, um künftig "nur noch für den Kleinen da zu sein". Hastig würde der Deutsche-Fußball-Bund nach einem neuen Trainer Ausschau halten. Christoph Daum? Vorbei. Berti Vogts? Den will niemand. Ottmar Hitzfeld? Den lässt Uli Hoeneß niemals ziehen. Wer bleibt: Erich Ribbeck! Der hat doch wieder Zeit. Nach dem Golfen auf Teneriffa. Stellen wir uns vor: Noch drei Spiele, ein Remis für die Qualifikation reicht - das könnte er schaffen. Aber eben auch nicht.

Und dann? Die ganze Aufregung um die Vergaberechte in Deutschland umsonst. Die Deutschen schauen doch lieber "Big Brother". Und Kirch? Was für eine Pleite. Nur dann für alle.

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