Zeitschrift : Republikanisch

Spaniens kurze Moderne: die Zeitschrift „A.C.“

Bernhard Schulz

Die spanische Architektur ist heute so selbstverständlich zeitgemäß, dass die historischen Brüche in Vergessenheit geraten. Der Bürgerkrieg und das Ende der Republik sind Themen, die – so hat es den Anschein – nicht gerne in den Blick genommen werden; anders als in Deutschland der Verlust der Weimarer Kultur. Um etwas Derartiges geht es aber bei der Erinnerung an die kurzlebige, nur 25 Ausgaben umfassende Zeitschrift „A.C.“ (Documentos de Actividad Contemporánea), die zwischen 1931 und 1937 erschien und zu den gehaltvollsten und am besten gestalteten Architekturmagazinen dieser aufregenden Zeit gerechnet werden muss. Das Madrider Nationalmuseum Reina Sofia hat sich jetzt dankenswerterweise der Zeitschrift in einer Ausstellung und einem vorzüglichen Katalog gewidmet, der die enge Bindung des republikanischen Spanien an die internationale Moderne deutlich macht. Ob Le Corbusier oder Mies van der Rohe, alle wurden sie auf den Seiten dieser insbesondere von Josep Lluis Sert (1902–1983) – Architekt der Miró-Stiftung seiner Heimatstadt Barcelona – verantworteten Zeitschrift mustergültig vorgestellt. Der damaligen Doktrin entsprechend, spielte der Städtebau eine Hauptrolle; etwa beim Plan einer Neuorganisation der katalanischen Hauptstadt. Der Katalog als Monografie zu „A.C.“ ist selbst ein gestalterisches Meisterwerk und muss von nun an dem unverzichtbaren Bestand an Büchern zur Klassischen Moderne hinzugerechnet werden (Centro de Arte Reina Sofia, ca. 50 €, www.museoreinasofia.es). Bernhard Schulz

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