Kultur : Zum Tod des Architekten Jan Rave

Falk Jaeger

Wenn sich die Trauergemeinde im Krematorium Ruhleben zusammenfinden wird, so schließt sich dort der Kreis eines erfolgreichen Architektenlebens. Denn der Wettbewerb zum Bau des Krematoriums war der erste, an dem die Brüder Jan und Rolf Rave 1962 nach ihrer Ausbildung an TU respektive HdK teilnahmen. Auch mit dem zweiten Wettbewerb zum Bau des Jugendfreizeitheims Borsigwalde waren sie erfolgreich. Ein Bilderbuchstart also für das Büro Rave, das in den siebziger und achtziger Jahren zu den die West-Berliner Architekturszene prägenden Büros gehörte. Spätere Projekte hatten mit dem Umgang mit Historie zu tun, Denkmalpflege am Schöneberger Rathaus und der Umbau des Preußischen Abgeordnetenhauses zum Berliner Parlament (mit Martina Stankovic).

Der ältere Bruder Jan entwickelte neben der Architektenarbeit zahlreiche Aktivitäten, wirkte 1983-86 als Berater des Bausenators, war 1987-93 Vorsitzender des BDA Berlin und gründete 1994 den Förderverein Architekturpreis Berlin. Im Verein der Freude der Nationalgalerie war er Schriftführer. Jan Rave hatte in Paris, Mailand und Athen gearbeitet, er liebte die mediterrane Welt. Zuletzt arbeitete er an einem Feriendomizil in Kroatien. Jan Rave hat die Fertigstellung nicht mehr erlebt, er erlag auf der Reise dorthin in Ancona im Alter von 69 Jahren einem Herzversagen.

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