24.07.2017 17:09 Uhr

Herthas Jahrhundert-Elf zum 125. Geburtstag

WILHELM WERNICKE führte 25 Jahre lang den Verein – unter anderem zu den beiden einzigen Meistertiteln. Mit 83 Jahren, zwei Jahre vor seinem Tod, muss er noch einmal helfend eingreifen. Als Hertha im Februar 1965 nach dem Rücktritt des geschäftsführenden Vorstands ohne Führung dasteht, übernimmt der Alterspräsident und Ehrenvorsitzende Wilhelm Wernicke provisorisch die Geschäfte – 57 Jahre, nachdem er mit gerade 26 Jahren erstmals Vorsitzender des Vereins geworden war. Wernicke ist die wohl prägendste Figur in Herthas Frühzeit. 25 Jahre (mit kleineren Unterbrechungen) führt er den Klub, bis er als Sozialdemokrat und Gewerkschafter 1933 im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung abtreten muss. In seine Amtszeit fällt nicht nur die Fusion mit dem reichen Berliner SC; unter Wernicke holt Hertha 1930 und 1931 auch die einzigen Titel der Vereinsgeschichte. Dazu ist er nach dem Krieg maßgeblich an Herthas Neugründung beteiligt. Auch während der Nazizeit sorgt er für Stabilität und Verlässlichkeit. Durch sein Wirken im Hintergrund hält er den Klub zusammen. Mitglied der NSDAP ist er nie geworden. Auch deshalb hat Daniel Körfer in seinem Buch „Hertha unterm Hakenkreuz“ geschrieben, Wilhelm Wernicke sei „der heimliche Held“ seiner Studie. Stefan Hermanns

Foto: Ullstein Bild

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