Amazon-Lautsprecher Echo : Alexa, hol schon mal den Wagen!

Amazon hat einen Lautsprecher vorgestellt, der aufs Wort hört und viele Internetnutzer an Big Brother denken lässt. Doch nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch im Kinderzimmer ziehen solche Assistenzsysteme ein.

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Sieben hochwertige Mikrofone sollen sicherstellen, dass die Amazon-Lautsprecher jedes Wort verstehen.
Sieben hochwertige Mikrofone sollen sicherstellen, dass die Amazon-Lautsprecher jedes Wort verstehen.Foto: Promo

Auf einige Aufforderungen wird auch das intelligente Lautsprechersystem Echo, das Amazon am Donnerstagabend vorgestellt hat und das aufs Wort hören soll, nicht reagieren können. Aktiviert wird das System mit dem Namen Alexa. Danach durchsucht der rund 200 Dollar teure Lautsprecher das Internet nach News, Wetterberichten, Wikipedia-Inhalten oder Musiktiteln. Sogar einen Weckwunsch kann der Echo-Lautsprecher entgegennehmen. Bloß beim Derrick-Befehl „Alexa, hol schon mal den Wagen“ ist zumindest jetzt noch Schluss.

Alexa ist dabei nur der nächste logische Schritt von Apples Siri-System zum digitalen Wohnzimmer-Butler. Die Hardware stellt keine wirkliche Herausforderung dar. Sieben Mikrofone im Amazon-Lautsprecher stellen sicher, dass die Stimme seines Herren oder seiner Userin tatsächlich von jedem Punkt des Raumes zuverlässig eingefangen wird, um die darin enthaltene Frage oder Aufforderung beantworten oder bearbeiten zu können. Der Rest wird in der Cloud erledigt.

Alexa im Wohnzimmer, Cayla im Kinderzimmer

Was der Echo-Lautsprecher im Wohnzimmer leistet, kann die Cayla-Puppe im Kinderzimmer. Im Innern der gut einen halben Meter großen Kinderpuppe – sie kostet bei Amazon 70 Euro – befindet sich ein Mikrofon und ein Bluetooth-Funksystem, das Verbindung zu einem Smartphone mit der dazugehörigen App aufnimmt. Die wiederum ist mit dem Internet verbunden. Cayla kann ebenso wie die Amazon-Lautsprecher Fragen mit Hilfe von Wikipedia beantworten. Darüber führt die Puppe beziehungsweise das Assistenzsystem in der Cloud in gewissem Umfang Gespräche. Die Kinder können dabei mit Cayla über ihre Vorlieben wie die Lieblingsfarbe oder über ihre Geschwister reden. Entsteht eine Gesprächspause, versucht Cayla mit Fragen den Dialog am Laufen zu halten.

Es ist schon erstaunlich, wie treffgenau solche auch für Privathaushalte erschwinglichen Assistenzsysteme arbeiten. Während Cayla dennoch im Grunde ein Spielzeug ist, lassen sich die Möglichkeiten von Siri und Alexa nur ansatzweise abschätzen. Sicher ist allerdings, dass Systeme wie Alexa im Internet der Dinge nicht nur den Wecker stellen, sondern ebenso die Haustechnik organisieren können oder den Einkauf – freilich am besten bei Amazon, direkt nach dem Motto „Anderen Alexa-Nutzern haben diese Produkte gefallen“. In nicht allzu ferner Zukunft kann man dann vielleicht auch das selbstfahrende Google-Auto von Alexa vor die Haustür beordern lassen. Eine Frage wird jedoch auch Alexa nicht zuverlässig beantworten: „Alexa, hörst du wirklich nur dann zu, wenn ich das auch möchte?“

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