Medien : G + J: Keine Lust auf „Qvest“ und „TV Today“

Ulrike Simon

Über die Zukunft von gleich zwei Zeitschriften wurde am Dienstag in Hamburg verhandelt. Zum einen fand das geplante Gespräch zwischen Gruner + Jahr-Verlagsgeschäftsführer Werner Beba und Constantin Rothenburg, Gründer des Berliner Lifestylemagazins „Qvest“, statt. G + J besorgt für „Qvest“ seit Herbst die Anzeigen und den Vertrieb, gewährte damals ein Darlehen in deutlich sechsstelliger Höhe, knüpfte dies an bestimmte Leistungen und sicherte sich die Option auf eine Beteiligung. Seither lief „Qvest“ unter Obhut von Angelika Jahr, dem journalistischen G+J-Vorstandsmitglied. Nun forderte Rothenburg ein zweites Darlehen und erhielt vorab die gestern dann offizielle Information, dass diese Forderung aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von „Qvest“ abgeschlagen wird. Ob es von Rothenburg klug war, bei einer Podiumsdiskussion zum Thema: „Frischer Wind im Magazinmarkt“ vor 150 Zuhörern einen Tag vor dem Verhandlungstermin das Aus von „Qvest“ bekannt zu geben, sei dahingestellt.

Um den Verkauf von „TV Today“, den ewigen Letzten im Markt der 14-täglichen Programmzeitschriften, ging es am Dienstag beim Treffen zwischen G+J-Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz und seinem Pendant bei Springer, Andreas Wiele. Dem Vernehmen nach soll Springer und nicht Hans Barlach, der Eigentümer der „Hamburger Morgenpost“, den Zuschlag bekommen. Springer soll zwar nur acht statt zehn Millionen Euro bieten. Dafür könnte „TV Today“ mit seinen 309 000 Abonnenten weiterleben und mit dem Springer-Neuling „TV Digital“ zusammengeführt werden. Von der hundertköpfigen Mannschaft verblieben am Ende 13 Mitarbeiter.

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