Medien : Verzichtet Springer auf Pro 7 oder Sat 1? Medienwächter entscheiden im Januar

Ulrike Simon

Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hat Springer am Dienstag mitgeteilt, unter welcher Voraussetzung sie die Fusion mit ProSieben Sat1 genehmigen würde. Wie in einem Teil der Mittwochausgabe berichtet, muss Springer zwar nicht die kaufmännische, dafür aber die komplette Programmverantwortung und -kontrolle entweder von Sat 1 oder von Pro 7 an einen Beirat abgeben. Anders als der von Springer präsentierte „senderübergreifende Beirat“ hätte das von der KEK zur Bedingung gemachte Gremium weit mehr Befugnisse als die vergleichbaren Vorbilder bei ARD und ZDF.

Die KEK hat errechnet, dass Springers Meinungsmacht im Zeitungs- und TV-Markt nach der Fusion addiert und gewichtet einem Zuschaueranteil von 39 Prozent entspräche. Mit Vielfalt sichernden Maßnahmen ließe er sich auf unbedenkliche 24 Prozent herunterrechnen. Dies ist aus KEK-Sicht möglich, wenn Springer das Programm – etwa bei Sat 1 – von Repräsentanten aus Parteien, Kirchen, Verbänden und Gewerkschaften gestalten lässt. Manfred Helmes, Direktor der rheinland- pfälzischen Landesmedienanstalt und einer der Teilnehmer am Dienstag, begrüßt diesen Vorschlag. Er glaubt, dass die Medienwächter die Übernahme genehmigen werden. Das sei „eine nationale Lösung, die medienpolitisch zumutbar ist“, sagte er dem Tagesspiegel. Die KEK wird ihre Entscheidung auf der nächsten Sitzung am 10. Januar 2006 fällen.

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