Medien : „Welt“: Gedruckt und online aus einer Hand

Ulrike Simon

Die Redaktionen der Springer-Zeitungen „Welt“, „Welt Kompakt“, „Welt am Sonntag“ und „Berliner Morgenpost“ werden in den nächsten Monaten zu einer einzigen verschmolzen. Jeder Journalist soll künftig nicht nur für seine „Heimatredaktion“, sondern auch für andere Titel der Gruppe schreiben. Zudem will Springer „Welt online“ zu einer führenden Webseite ausbauen, vergleichbar mit „Spiegel.de“, und investiert dafür einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Das Profil der einzelnen Titel soll durch die Zuständigkeit des jeweiligen Chefredakteurs gewahrt bleiben. Alle redaktionellen Angebote sollen jedoch in einem „Newsroom“ zusammenlaufen. Dort entscheiden die jeweiligen Blattmacher, wie und für welche medialen Verbreitungskanäle (Print, Online, SMS, Podcast, Newsletter) die Inhalte jeweils genutzt und aufbereitet werden. Springer betrachtet die Neuausrichtung als logische Weiterentwicklung nach der Fusion der „Berliner Morgenpost“ mit der bis heute defizitären „Welt“ im Jahr 2002.

Christoph Keese, 41, seit zwei Jahren Chefredakteur der „Welt am Sonntag“, wird zusätzlich Chefredakteur von „Welt online“ und wird den Newsroom aufbauen, der im Herbst seine Arbeit aufnehmen soll. Zudem wird Keese Leiter eines Chefredakteurgremiums, dem neben ihm Roger Köppel und Carsten Erdmann angehören sowie – als geschäftsführender Redakteur – Romanus Otte, bisher Keeses Vize bei der „Welt am Sonntag“. Erdmann bleibt an der Spitze der „Berliner Morgenpost“, die Anfang Mai mit neuem Layout-Konzept erscheinen wird. Köppel, Chefredakteur der „Welt“, wird zusätzlich Chefredakteur von „Welt Kompakt“.

Jan-Eric Peters, derzeit Herausgeber und gesamtverantwortlicher Chefredakteur von „Welt“, „Berliner Morgenpost“ und der von ihm entwickelten „Welt Kompakt“, wird den Integrationsprozess zunächst noch beratend begleiten. Nachdem er zuletzt mit Art-Direktor Helmut Steindl maßgeblich die neue polnische Tageszeitung „Dziennik“ mitentwickelt und eine Kinderzeitung entworfen hat, will der 41-Jährige bei Springer Anfang 2007 ein neues, ebenfalls von ihm entwickeltes Projekt übernehmen.

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