Meinung : Adenauer muss nochmal ran

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Viel hat sich nicht ereignet seit der Wahl Konrad Adenauers zum bedeutendsten Deutschen. Wir hatten fest mit einer Welle von FanArtikeln gerechnet, mit T-Shirts und Knabberzeug, Schals und Kosmetikartikeln, mit „Konrad“-Rasierwasser und „Rhöndorf“-Wet- Gel. Ja, nicht einmal „Adenauer. Der Film.“ mit Götz George in der Hauptrolle oder das Computerspiel „Super Conny“, in dem wir nahezu gewaltfrei die Grundzüge deutscher Nachkriegspolitik gegen laserbewaffnete Roboter und schleimige Außerirdische verteidigen würden, sind bisher auf dem Markt. Ein Flop also unter merkantilen Gesichtspunkten, aber noch ist nicht alles verloren. Denn nun sucht die BBC, die das Ganze erfunden hat, die bedeutendste Persönlichkeit der Welt, ausgewählt aus den Siegern der Nationenwertung. Mit Adenauer, immerhin, steht Deutschland nicht schlecht da, zumal es mit ihm nicht zu einer Neuauflage des Zweiten Weltkriegs gegen den englischen Sieger Churchill kommen kann. Trotzdem werden Mao und Stalin, John F.Kennedy und Nelson Mandela sicher nicht kampflos Platz machen. Johannes Rau übrigens hat jetzt zu Protokoll gegeben, dass er mit derlei Wahlen überhaupt nichts anfangen kann: Für ihn sei die wichtigste lebende Persönlichkeit seine Frau Christina. Nichts gegen die Präsidentengattin – aber international steht Deutschland mit Adenauer wohl doch stärker da.

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