Meinung : Afghanistan: Eile mit Weile

cvm

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Der Kanzler und sein Außenminister könnten die Erfolgsmeldung gut gebrauchen - gerade jetzt, wo sich die Nachrichten über irrtümliche Bombardierungen der Amerikaner in Afghanistan häufen. Da wäre es schön, wenn die beiden heute den gelungenen Abschluss der Friedenskonferenz auf dem Petersberg verkünden dürften. Nur sollte die Schnelligkeit nicht auf Kosten der Inhalte gehen. Schon merkwürdig, was der Öffentlichkeit eben noch als Erfolg präsentiert wurde: Der Verzicht auf ein Übergangsparlament beschleunige den Konferenzverlauf. Die traurige Wahrheit ist, die Delegierten konnten sich nicht auf dessen Zusammensetzung einigen. Ähnlich schwierig gestaltet sich die Auswahl der Übergangsregierung. Eile mit Weile, rät das Sprichwort. Schröder und Fischer haben keinen Grund zu drängen. In den ersten sechs Tagen wurde mehr erreicht, als die meisten Beobachter anfangs für möglich gehalten hätten. Nun kommt es darauf an, die Vereinbarungen so genau und verlässlich zu treffen, dass sie den Praxistest aushalten - vom Personal des Übergangskabinetts über die Verfassungsgebung bis zur Gestaltung der internationalen Friedenstruppe. Ist die Petersberg-Konferenz erst einmal beendet, bleibt nur noch ein Druckmittel: Gabe oder Entzug von Aufbauhilfe. Im Zweifel gedulden sich Schröder und Fischer besser noch zwei, drei Tage mit dem Jubelauftritt.

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