Kennedy-Besuch in Berlin : Wo waren Sie am 26. Juni 1963?

John F. Kennedys Besuch der geteilten Stadt vor 50 Jahren hat einen besonderen Platz im kollektiven Gedächtnis der Berliner. Liebe Leserinnen und Leser, wo waren Sie an diesem Tag?

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John F. Kennedy bei seiner historischen Rede vor dem Rathaus Schöneberg.
John F. Kennedy bei seiner historischen Rede vor dem Rathaus Schöneberg.Foto: dpa

Die Momente, die einen Platz im kollektiven Gedächtnis finden, sind nicht im Voraus zu planen. Vermutlich wissen Sie noch, wo Sie waren, als das Sparwasser-Tor fiel. Auf jeden Fall erinnern Sie sich an die Nacht, in der die Mauer fiel. Und an den Nachmittag, als Sie vom Anschlag auf das World Trade Center erfuhren. Wie unterschiedlich diese Beispiele auch sind, sie sind Momente einer plötzlichen emotionalen Erschütterung, von Fassungslosigkeit, Schmerz oder Freude. Ein solcher Moment war auch der Besuch Kennedys in Berlin.

In 50 Jahren wird sich kaum jemand an Obamas Berlin-Besuch von 2013 erinnern. Die Berliner neigen da zu raschem Vergessen. Regierungschefs, Präsidenten, Päpste, Prominente, sie kommen und gehen. Oft ärgern sich die geplagten Einwohner nur über die Straßensperrungen und andere Unannehmlichkeiten.

Kennedy in Berlin
50 Jahre ist es her, dass John F. Kennedy den historischen Satz "Ich bin ein Berliner" auf dem Balkon des Rathaus Schönebergs, dem damaligen Sitz des Regierenden Bürgermeisters, sprach.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: Rolf Goetze/Stadtmuseum Berlin
26.06.2013 08:5750 Jahre ist es her, dass John F. Kennedy den historischen Satz "Ich bin ein Berliner" auf dem Balkon des Rathaus Schönebergs, dem...

Doch das gilt nicht für den Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy am 26. Juni 1963. Er kam in eine geteilte und zutiefst verunsicherte Stadt. Eine Stadt, die Zuspruch und Beistand brauchte. Wie würde es mit West-Berlin weitergehen nach dem Bau der Mauer? Seit den Monaten der Luftbrücke wurden die Amerikaner als "Schutzmacht" empfunden. Einen solchen Schutz der Weltmacht hatte West-Berlin auch in den Jahren nach dem Bau der Mauer bitter nötig. Und so wurde die Rede Kennedys vor dem Schöneberger Rathaus mit dem legendären Schlusssatz "Ich bin ein Berliner" zu einem Moment der Erlösung.

Liebe Leserinnen und Leser, wo waren Sie an diesem Tag und wie haben Sie ihn erlebt? Standen Sie unter den 400.000 Zuhörern vor dem Schöneberger Rathaus? Oder am Straßenrand während der Fahrt des US-Präsidenten zum Checkpoint Charlie? Oder haben Sie Murmeln gespielt im Hinterhof und erst viel später vom Kennedy-Besuch erfahren?

Können Sie sich noch an das Stadtgespräch in jenen Tagen erinnern? Beim Bäcker, im Fußballverein, im Bus, wurde da über die Rede Kennedys gesprochen?

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