Meinung : Auch Lärmschutz bedeutet Sicherheit

„Die Sicherheit wird ohne Not reduziert“

vom 5. November

Enge Kurven, die aus Lärmschutzgründen unmittelbar nach dem Start in Mindesthöhe (120 m über Grund) eingeleitet werden, gibt es an vielen Flughäfen. Nicht nur im Bergland, auch in Bremen, Düsseldorf, München, Zürich und New-York-LaGuardia. Selbst in Frankfurt gibt es seit Jahrzehnten von schwersten Flugzeugen beflogene Abflugstrecken, bei denen eine S-Kurve unmittelbar nach dem Start geflogen wird. Internationale Bestimmungen lassen diese Verfahren unstrittig auch im Flachland zu, was nur möglich ist, wenn sie sicher sind. Auch Lärmschutz bedeutet Sicherheit; man schützt Bürger vor fluglärmbedingten Erkrankungen. Es ist daher geboten, den gegebenen Rahmen – der unter Sicherheitsaspekten konservativ bestimmt ist – im Interesse des Lärmschutzes bis zur Grenze auszuschöpfen. Es gibt keine Legitimation für Piloten, über ICAO-Regeln (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation) hinausgehende „Sicherheitsmaßnahmen“ zu fordern, durch die Menschen in ihrer Gesundheit gefährdet werden. Herr Handwerg zeigt eine erschreckende Rücksichtslosigkeit und trägt auch keine objektiven Argumente vor, z.B. Unfälle, die aufgrund einer vorgegebenen Kurve direkt nach dem Start passierten, oder einschlägige Studien, sondern bezieht sich auf ein rein subjektives Sicherheitsempfinden. Er verschweigt, dass im Störungsfall eine Abweichung von den vorgegebenen Strecken toleriert werden kann. Eigentlich müsste er auch den unabhängigen Startbetrieb angreifen, denn dabei muss zwingend zumindest eine 15°-Kurve geflogen werden, und den 3°-Gleitpfad beim Anflug, denn bei diesem flachen Anflug ist man bei doppeltem Triebwerksausfall oder bei Unaufmerksamkeit eintretender zu geringer Geschwindigkeit verloren (s. Unfälle in Wien, Rom, München, London-Heathrow, Amsterdam und San Francisco).

Berthold Fuld, Bad Homburg, Bundesvereinigung gegen Fluglärm

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