Auf den Punkt : Experimente am lebenden Objekt

Susanne Vieth-Entus über die Berliner Schulreform

Susanne Vieth-Entus
Susanne Vieth-Entus
Susanne Vieth-Entus, Redakteurin des Tagesspiegel -

BerlinDen 11. Juni 2009 sollte man sich merken. Denn seit heute befasst sich das Berliner Parlament offiziell mit einer der größten Schulreformen seit der Wende: der Abschaffung von Haupt- und Realschulen. Größte Schulreform? Oder vielleicht doch nur die zweitgrößte? Das mag jeder selbst entscheiden, deshalb zur Erinnerung eine kleine Übersicht über das, was Berlins rund 320.000 Schüler, 30.000 Lehrer und 820 Schulen in den letzten Jahren so zu verkraften hatten.

Aus der Summe der schätzungsweise 50 wichtigen Neuerungen eine kleine Auswahl:

- Verpflichtende Fremdsprache ab Klasse 3 (2000)
- Abschaffung der Lernmittelfreiheit (2003)
- unterschiedliche neue Vergleichsarbeiten (2003)
- Lehrerarbeitszeiterhöhung (z.B. 2003)
- Verlässliche Halbtagsbetreuung an Grundschulen (2003)
- Abschaffung des Beamtenstatus für neue Lehrer (2003)
- Abschaffung der Ausländerförderklassen (2004)
- Vorgezogene Schulpflicht (2005)
- Zentrale Prüfungen für Zehntklässler zum "Mittleren Schulabschluss" (2005)
- Abschaffung der Vorklassen (2005)
- Verkürzung der Schulzeit zum Abitur auf 12 Jahre (2005)
- Jahrgangsübergreifender Unterricht in den ersten Grundschulklassen (2006)
- Einführung des Pflichtfaches Ethik (2006)
- Zentralabitur (2006)
- Etablierung der neuen Schulform "Gemeinschaftsschule" (2007).

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