Auf den Punkt : Was ist ein Vorstand wert?

Alfons Frese zu den Dax-Gehältern

Alfons Frese
Alfons Frese
Alfons Frese, Wirtschaftsredakteur -Foto:Kai-Uwe Heinrich

BerlinDeutschland ist ein guter Standort. Für Manager. Das Gehalt eines Vorstands stieg im vergangenen Jahr um fast acht Prozent. Spitze! Ähnlich gut schnitten zuletzt nur die Lokführer ab. Ist ein Vorstand drei Millionen Euro im Jahr wert? Warum bekommt der Chef der Deutschen Bank 14 Millionen Euro und nicht sieben oder 70 Millionen? Ist es gerecht, dass der Daimler-Chef mit zehn Millionen im Jahr rechnen kann - ungefähr 200 Mal mehr, als ein Daimler-Mechaniker verdient?

Die Fragen müssen an erster Stelle im Aufsichtsrat der Unternehmen beantwortet werden. Da haben die Vertreter des Kapitals das letzte Wort, doch Gewerkschafter und Betriebsräte reden mit. Und auch die sind in den letzten Jahren zunehmend zu der Einschätzung gekommen, dass die Spitzenkräfte nach internationalen Gepflogenheiten bezahlt werden sollen, also vor allem auch gemessen am Unternehmenserfolg und am Aktienkurs. Da die großen Konzerne zuletzt ihre Gewinne um fast 20 Prozent steigerten, klingelt es eben auch besonders laut in den Kassen der Bosse. Und auch ein bisschen beim Fußvolk, denn zumal in den großen Unternehmen gibt es häufig eine Gewinnbeteiligung für die Arbeitnehmer.

Also sind alle glücklich? Mitnichten. Die Schere zwischen oben und unten klafft immer weiter auseinander, die gefühlte Ungerechtigkeit ist noch viel größer. Und nagt an unserer vermeintlich sozialen Marktwirtschaft. Siehe den Erfolg der Linkspartei. Selbst wenn die Bosse im globalen Maßstab ihr Geld wert sein mögen - sie belasten unser System.

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