Meinung : Aufgeklärte Solidarität

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Je näher der Tag rückt, an dem den Worten Taten folgen, folgen müssen, desto sperriger wirkt das in der Sekunde des Schreckens geborene Kanzlerwort von der "uneingeschränkten Solidarität". Denn eigentlich ist kein Wert, kein Recht und keine Pflicht in dieser Welt gänzlich ohne Schranken. So konnte es auch nicht lange dauern, bis sich unsere Kriegsskeptiker, zunächst philologisch, zur Wehr setzten: "Kritische" statt "uneingeschränkte" Solidarität heißt ihr Gegenbegriff. Tatsächlich ist das konkrete Hilfsaufgebot der Bundeswehr zur Unterstützung des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus auch gar nicht schrankenlos. Es folgt, bei Licht betrachtet, eher der nüchtern klingenden Losung von Rudolf Scharping - "nicht drängeln, nicht ducken" - als den martialischen Assoziationen, die Schröders Sprache, nicht nur in grünen Köpfen, geweckt hat. Das Kontingent der Bundeswehr, das die Regierung bereitstellen will, eignet sich nicht einmal dazu, von anderen in ein Abenteuer hineingezogen zu werden. Es begründet erst recht keine Dominanz des Militärischen bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Es ist also eher der Ausdruck aufgeklärter Solidarität der Deutschen. Was ja kein schlechter Anfang beim Eintritt in eine neue Zeit ist, die mit dem 11. September begonnen hat.

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