Meinung : Aus den Augen

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Wenn einen niemand feiern will, muss man sich selbst feiern. In diesem Sinne hat die SPD ihren 140. Geburtstag zum Anlass genommen, sich als unermüdlicher Motor wichtiger Reformen in Erinnerung zu rufen. Dass genau dies derzeit nur noch wenige der Partei zutrauen, hat Gerhard Schröder angespornt, sein Werben um Unterstützung für die Agenda 2010 in den Mantel der Geschichte zu hüllen. Der Dualismus, aus der Begeisterung das „Morgen“ denken zu wollen, und der Entschlossenheit, das „Heute“ zu gestalten, mache diese Partei faszinierend und erfolgreich. Doch an dieser Entschlossenheit herrscht Zweifel. Und dabei steht die Partei nicht besser da als die Gesellschaft. Die Freiheit des Einzelnen wird größer in der freien Solidarität der Gemeinschaft, sagte Schröder. Ärgerlich nur, dass zu viele das Gemeinwohl längst aus dem Blick verloren haben in der Gesellschaft wie in der SPD.

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