Meinung : Barbarisch

„Ich habe so viele Todesdrohungen

erhalten“ vom 23. Januar

Die Meinungsfreiheit will der Journalist Flemming Rose vorgeblich verteidigen. Aber mit seiner Behauptung, man müsse durch Worte zugefügte Verletzungen – inklusive Hohn und Spott – ertragen, ruft er in erster Linie auf zur zwischenmenschlichen Barbarei. Seine Einstellung zeugt von einem erschreckend mechanistischen Menschenbild, das Sensibilität und Rücksichtnahme als zivilisatorische Errungenschaften leugnet. Im Übrigen ist dem Journalisten anzuraten, erst einmal die UN-Menschenrechtserklärung zu lesen, bevor er sich auf sie beruft. Diese enthält nämlich nicht nur Rechte, sondern in Artikel 29 auch Grundpflichten gegenüber der Gemeinschaft: Die Ausübung der Rechte muss den Anforderungen der Moral in einer demokratischen Gesellschaft genügen.

Susanne Baumstark, Berlin-Moabit

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