BER ohne Berater : Böses ahnen

Plötzlich doch? Matthias Platzeck will nun gleich einen richtigen Chefmanager für den Hauptstadtflughafen suchen. Keinen Übergangsberater mehr, nachdem Kandidat Wilhelm Bender absprang, gemobbt mit der vom Berliner Senat nach den Regeln der politischen Unart gezündelten Honorardebatte. Was nach einer neuen Kehrtwende aussehen mag, hat eine Logik. Um die Flughafen-Koryphäe aus Frankfurt am Main als BER-Retter zu gewinnen, hatte man nämlich eine „Lex Bender“ kreiert. Weil Bender keinen Managerjob wollte, wurde das Beratermodell geboren. Diesen Umweg kann man sich jetzt sparen, was zudem klare Zuständigkeiten sichert. Aber: Nach der Tragödie um verschobene Verschiebungen und steigende Milliardenkosten kam das verkorkste Krisenmanagement hinzu. Vieles hängt nun vom künftigen Chefmanager ab. Die Suche ist noch einmal schwieriger geworden. Vielleicht muss man den Blick weiten, über die Luftfahrtbranche hinaus. Das größte Risiko sind dabei die Anteilseigner selbst. Im Bund und in Brandenburg stehen Wahlen an, in Berlin ist der Regierende abgestürzt. Man muss Böses ahnen, denn es ist viel zu viel Politik im Spiel. thm

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