Berliner Abiturergebnisse : Unter Niveau

Die Berliner Schüler werden seit der Einführung des Zentralabiturs immer beser. Doch das ist gar nicht das Hauptproblem.

Susanne Vieth-Entus

Sie purzeln nur so – die Einsen im Berliner Abitur. Von Jahr zu Jahr werden es mehr und mehr. Inzwischen liegt die Zahl der Superzensuren fünf Mal höher als zu Zeiten des dezentralen Abiturs. Überraschen kann das nicht. Von Anfang an war klar, dass zentrale Aufgaben nivellierend wirken: Schulen mit leistungsstarker Schülerschaft können deren intellektuelle Möglichkeiten in den zentralen Prüfungen nicht mehr voll ausschöpfen, weil sich die Aufgaben am Mittelmaß orientieren. Man mag das beklagen, aber schlimm ist es nicht. Schließlich wird niemand davon dümmer, dass er in einigen Fächern Aufgaben unter seinem Niveau bekommt. Zudem ist es im Hinblick auf die Studienchancen – Stichwort NC – gerechter, wenn zumindest alle Landeskinder die gleichen Hürden nehmen müssen. Das allerdings war nicht das Ziel des Zentralabiturs. Dies lag vielmehr darin, dafür zu sorgen, dass ein bestimmtes Niveau nicht unterschritten wird. An dieser Stelle kommen jedoch Zweifel, denn seit Einführung der Zentralabis sinkt die Quote der „Durchfaller“. Das aber bedeutet: Berlin hätte das Zentralabitur gar nicht gebraucht – jedenfalls nicht zur Qualitätssicherung. sve

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