Berliner Kinder in Therapie : Logo und Ergo

Jedes vierte Kind in Berlin zwischen zwei und sechs Jahren bekommt inzwischen eine Sprach- oder Ergotherapie: Dagegen helfen nur Präventionsprogramme.

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Viele Berliner Kinder haben in ihrer Entwicklung große Defizite. Sie können nicht richtig sprechen oder sind nicht in der Lage, sich spielerisch zu bewegen, etwa auf einem Bein zu hüpfen. Jedes vierte Kind im Alter zwischen zwei und sechs Jahren bekommt inzwischen eine Sprach- oder Ergotherapie, um die Schulreife zu erlangen. Kinderärzte nennen auch die Ursachen: Die betroffenen Jungen und Mädchen haben zu Hause kaum Anregungen. Dass vor allem Kinder aus bildungsfernen Schichten, die in der Hartz-IV-Hauptstadt einen großen Anteil ausmachen, betroffen sind, verwundert nicht. Sie kommen aus Elternhäusern, in denen der Fernseher oft die gemeinsame Kommunikation ersetzt. Die Kindertagesstätten können diese Defizite nicht ausgleichen, sie sind ohnehin längst überfordert. Mit dem üblichen Programm ist es nicht mehr getan. Schon vor etlichen Jahren hat zwar der Berliner Senat die Kindertagesstätten zu Bildungseinrichtungen erklärt, aber nicht genug getan, um diesem hohen Anspruch gerecht zu werden. Sinnvoll wären gemeinsame Präventionsprogramme mit den Krankenkassen, wie sie die Kinderärzte fordern, damit erst gar nicht so viel Therapie notwendig wird.

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