Meinung : Berliner Koalitionskrise: Nach der Krise ist vor der Krise

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Hat er nun - oder hat er nicht? Der Grüne Wolfgang Wieland will gehört haben, wie Eberhard Diepgen den Rückzug von Klaus Landowsky für Ende Mai angekündigt hat. Bei einem Treffen aller Fraktionsvorsitzenden (Landowsky wurde vertreten) soll das geschehen sein. Aber Diepgen dementiert, und kein anderer Teilnehmer des Gesprächs hatte so große Ohren wie Wieland - oder traute sich, so schamlos zu tricksen. Wann Landowsky zurücktritt? Nichts ist egaler geworden als das. Jetzt geht es um Wichtigeres. Berlin steht vor der größten finanziellen Herausforderung seit zehn Jahren. Konnte der Senat bisher die Last der Stadthälftenvereinigung und die Hauptstadtunlust des Bundes beklagen, hat er sich diesmal selbst in ein Milliardenloch gestürzt. Es ist der schlimme Zustand der Bankgesellschaft, der die Berliner zum Sparen, also zum Verzichten, zwingen wird. Die Leute haben es, gewöhnt an die alljährlichen Schreckensnachrichten, nur noch nicht richtig bemerkt. Aber bald werden sie ziemlich sauer sein. Die Opposition versucht, davon zu profitieren, Diepgen appelliert an die überparteiliche Vernunft. Der Untersuchungsausschuss wird nicht helfen, die Krise zu überwinden. Nötig ist der trotzdem - für einen Neuanfang.

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