Berliner Roma : Ruhig bleiben

Die rumänischen Roma bekommen für ihre Heimreise jeweils 250 Euro – geschenkt! Ja, die Roma sind frech. Na und? Sie haben, wie jeder andere EU-Bürger, das Recht auf Freizügigkeit. Sie dürfen sich in Berlin aufhalten.

Hannes Heine

Sie besetzen eine Kita, dann eine Kirche, fordern bessere Räume und ziehen schließlich in ein Spandauer Asylbewerberheim. Sie betteln, putzen unerlaubterweise Autoscheiben, sammeln und veräußern fremden Sperrmüll. Nun bekommen sie für ihre Heimreise jeweils 250 Euro – geschenkt! Ja, die rumänischen Roma sind frech. Na und? Die Roma haben, wie jeder andere EU-Bürger, das Recht auf Freizügigkeit. Sie dürfen sich in Berlin aufhalten, mit kurzen Unterbrechungen auch immer wieder. In Rumänien werden Roma von Rassisten gejagt, in der Slowakei von nationalistischen Bürgermilizen angegriffen, in Italien hat ein Mob ein Roma-Camp angezündet. Es sind Menschen, die in Berlin ihr mageres Einkommen aufbessern. Als Scheibenputzer, als Musiker, als Bettler, ja, der eine oder andere vielleicht auch als Bezieher von Sozialleistungen. Berlin beherbergt zehntausende Menschen, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie machen Schwierigkeiten und kosten öffentliche Gelder. Doch ist Berlin wegen tausender Junkies, Alkoholiker, Taschendiebe dem Abgrund nahe? Und selbst wenn die Roma etwas dreister als deutsche Sozialfälle sind: Genau das muss eine Metropole, die mit Weltoffenheit kokettiert, ganz ohne Dramatisierung verkraften. hah

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