Berufung nach Japan : Caroline Kennedy soll US-Botschafterin werden

Caroline Kennedy ist die Tochter des ikonischen US-Präsidenten JFK. Bisher hatte sie mit ihren politischen Ambitionen weniger Glück. Doch nun plant US-Präsident Barack Obama offenbar, sie als Botschafterin nach Japan zu entsenden.

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Kinder berühmter Eltern haben es in den Augen ihrer Kritiker zu leicht. Der Name und die Beziehungen öffnen ihnen Türen, die anderen verschlossen bleiben. Sie selbst erleben die Aura ihrer Überväter oft als Fluch. Stets stehen sie unter Verdacht, ihre Erfolge nicht eigenem Können zu verdanken. Mitunter werden ihnen deshalb Chancen verweigert.

Caroline Kennedys politische Karriere schien nach den ersten kurzen Gehversuchen beendet. Doch 50 Jahre nach der Ermordung ihres ikonischen Vaters John F. Kennedy eröffnet sich ihr nun ein anderer Weg, ihrem Land in herausgehobener Position zu dienen. Präsident Obama möchte die 55-Jährige zur Botschafterin in Japan ernennen – ein später Dank für die frühe öffentliche Unterstützung des Kennedy-Clans.

Der erste Anlauf war 2009 gescheitert. Als Obama die damalige Senatorin von New York, Hillary Clinton, zur Außenministerin machte, erklärte Kennedy ihr Interesse an dem freien Senatssitz. Das lag in der Familientradition. Ihr Vater JFK war Senator von Massachusetts, später ebenso dessen jüngster Bruder Ted Kennedy, der 2009 an einem Gehirntumor starb. Robert Kennedy, der Mittlere in dieser Generation, war Senator des Staates New York, ehe er 1968 als Präsidentschaftskandidat erschossen wurde.

Caroline stolperte jedoch über den großen Namen. Sie hatte die Unterstützung des Präsidenten und des einflussreichen zweiten Senators von New York, Charles Schumer. Aber Gouverneur David Paterson, der bei solchen Vakanzen während der Legislaturperiode über die Interimsnachfolge entscheidet, zögerte, auch aus Rücksicht auf andere mächtige Politikerfamilien. Andrew Cuomo, damals Generalstaatsanwalt, interessierte sich ebenfalls für den Posten. Und die Clintons hatten nicht vergessen, dass die Kennedys sich für Obama und damit gegen Hillarys Präsidentschaftskandidatur entschieden hatten. Als Fragen nach Caroline Kennedys Qualifikation immer lauter wurden, zog sie ihre Bewerbung zurück. Kirsten Gillibrand, ein Clinton-Schützling, bekam den Senatssitz.

Eine Diplomatenkarriere liegt freilich ebenso in der Familientradition wie die Senatorenposten. Carolines Großvater Joseph war US-Botschafter in London, ihre Tante Jean Ann Kennedy Smith Botschafterin in Irland. Die Japaner, heißt es, seien geschmeichelt, dass Obama ein Mitglied des berühmten Clans als Botschafterin entsendet.

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