Meinung : Besser im Dialog

„So tief sitzt der Hass“ vom 9. September

Wie gut das tut: Endlich redet jemand Klartext. Endlich beschreibt jemand die Verhältnisse so, wie sie sind.

Natürlich wissen die Fachleute in den Behörden und die Politiker schon lange Bescheid, aber niemand traut sich, die Wahrheit auszusprechen. Man könnte ja sonst in den Verdacht der Diskriminierung und des Rassismus geraten. Stattdessen wird verschwiegen, verharmlost und beschönigt. So wie vom ehemaligen Bundespräsidenten Wulff. Damit ist jedoch niemandem gedient.

Denn zur Wahrheit gehört, dass das Problem nur gemeinsam mit der arabischstämmigen und der türkischstämmigen Community zu lösen ist. Ist es verkehrt, in dem Zusammenhang von einer Bringschuld zu sprechen, die eingefordert werden kann? Denn nur durch die ehrliche und wahrhaftige Mitwirkung aller lässt sich sozialer Friede erhalten.

Edmund Köhn, Berlin-Charlottenburg

Die unleugbare Erkenntnis, dass viele unterschiedliche Kulturen auf engstem Raum Konflikte und Identitätsprobleme überall auf der Welt fördern, wird bei uns gern fortgewischt, obwohl uns die Beispiele geradezu erdrücken. Ideologisierte Politiker zeigen hierfür weder Sachkunde noch Erfahrungen oder besondere Fähigkeiten und flüchten zum Teil sogar aus der eigenen Muttersprache. Die Bürger müssen mit den oft schweren ethnischen Auseinandersetzungen leben.

Wir wollen auch in Berlin mehr als 100 verschiedene fremde Ethnien eng zusammenführen und damit die Illusion von Harmonie und Frieden verbinden. Der Angriff junger Araber auf einen jüdischen Rabbi ist jedoch nur ein Anzeichen des tiefen Hasses, den wir Deutschen nicht zu stillen vermögen und für den wir uns doch weitgehend unbegründet schuldig fühlen.

Mit jeder neuen jüdischen Siedlung

auf dem Boden der Palästinenser und mit jeder Demütigung durch die ewige Besatzungsmacht wird er entfacht. Nur die

völlige Trennung der beiden Gruppen könnte in Berlin einen brüchigen Frieden garantieren. Also müssten wir, auf unsere Stadt bezogen, die Araber unseres Landes verweisen. Eine Unmöglichkeit!

Die schlimmen Überfälle auf andere ethnische Gruppen in unserem Lande verdienen vergleichsweise mehr Beachtung in den Medien und in der Politik, und zwar schon wegen der Gleichheit und der Gerechtigkeit, für die unsere Demokratie auch bei den zum Teil selbst geschaffenen bedrohlichen ethnischen Problemen mit den Werten der Verfassung einstehen muss!

Hans F. Gross, Berlin-Lichterfelde

Ein sehr interessanter Artikel über Antisemitismus und den Hass unter den Arabern gegenüber den Israelis und der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Dies ist eine der wenigen Meinungen, die beide Seiten sehen. Leider gibt es von der palästinensischen Seite oder auch der arabischen generell kaum interne Kritik. Meiner Meinung nach, wenn es diese geben würde, dann würde der Konflikt auch für die arabische Seite nicht so einäugig sein.

Dass es eine Lösung im israelischen/ palästinensischen Konflikt geben muss, steht außer Frage. Dass beide Seiten Fehler machen und gemacht haben, ist auch klar. Dennoch muss gesagt werden, dass in Israel in der Vergangenheit Tausende auf die Straße gegangen sind und für den Frieden mit den Palästinensern demonstriert haben. Es gibt in der Knesset arabische Abgeordnete, und sie können frei ihre Meinung sagen, auch wenn es nicht jedem dort gefällt. Ich bin immer noch voller Hoffnung, dass es in den kommenden Jahren Frieden geben wird.

Was ich immer noch nicht verstehen kann, wieso versuchen einige Palästinenser oder radikale Araber, wie auch Iraner, unbedingt den Staat Israel zu vernichten? Wieso wird der Holocaust verleugnet? Warum greifen Araber oder Moslems in Deutschland jüdische Bürger an, die gar nichts mit dem israelisch/arabischen Konflikt zu tun haben.

Warum verstehen diese nicht, dass es im Dialog besser und friedlicher geht als mit Gewalt. Es kann nicht angehen, dass jüdische Bürger in Deutschland oder anderswo für die Politik Israels verantwortlich gemacht werden. Wer diese Menschen angreift, ist selbst der schlimmste Täter.

Ein Rabbiner wurde vor den Augen seiner Tochter brutal zusammengeschlagen. Wie feige müssen die Täter sein, um solch eine Tat zu begehen.

Antisemitismus ist die primitivste Art, Hass gegenüber jüdischen Bürgern zu zeigen. Der Artikel ist daher so gut geschrieben, da er von palästinensischer Seite Kritik äußert, und er gibt mir Hoffnung, dass es doch eine Möglichkeit gibt, intern Kritik äußern zu können.

Zeèv Rosenberg, Berlin

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