BILL CLINTON: Ex-Präsident, Ehemann : "Danke, New Hampshire, für das Comeback“

Bei seiner Bewerbung um die Präsidentschaft 1992 hatte Bill genauso wie jetzt Hillary die Vorwahl in Iowa mit Abstand verloren und brauchte einen Erfolg in New Hampshire, um im Rennen zu bleiben.

Christoph von Marschall

WashingtonSein Spitzname lautet „Comeback Kid“: der Typ, der alle Niederlagen und Skandale übersteht – dank der bewiesenen Widerstandskraft womöglich noch gestärkt. Durchgesetzt hat sich dieser Spitzname für Bill Clinton vor 16 Jahren in exakt derselben Lage, in der sich jetzt seine Frau Hillary befindet.

Doch in jenen Wahlkampftagen kursierten Gerüchte über seine außereheliche Affäre mit Jennifer Flowers. Die Clintons riskierten einen gemeinsamen Fernsehauftritt, in dem sie die Anschuldigungen bestritten. (Leibwächter bestätigten jedoch später die Vorwürfe.) Mit Energie und Charme erreichte Bill einen rettenden zweiten Platz. Er versprach den Bürgern, „für eure Interessen zu kämpfen, bis der letzte Hund tot ist“. Das sei „der wahre Charaktertest“. In seiner Dankesrede nannte er sich „Comeback Kid“. Die Medien übernahmen das Etikett. Es blieb haften.

Nun ist Hillary in ähnlicher oder gar noch bedrohlicherer Lage. Mit acht Prozentpunkten Vorsprung hat Barack Obama sie am Donnerstag in Iowa geschlagen, obwohl sie bis dahin als Favoritin galt. Ein zweiter Platz in New Hampshire am Dienstag wird nicht reichen, um den Glauben an ihre Siegchancen wieder herzustellen. Sie muss diese zweite Vorwahl gewinnen. Bis vor kurzem führte sie in den Umfragen dort. New Hampshire ist für die Senatorin von New York fast ein Heimspiel. Doch in mehreren neueren Umfragen hat Obama auch dort mit ihr gleichgezogen.

Noch in der Wahlnacht von Iowa sind die Clintons und die Obamas nach New Hampshire geflogen – und wie verbissen der Kampf jetzt ist, zeigt ein Bericht der „Washington Post“. Clintons Konvoi habe den Airport zuerst erreicht und die Einfahrt aufs Rollfeld für Obama so lange mit Autos blockiert, bis Clinton abgeflogen war.

In New Hampshire folgten gleich am frühen Morgen nach der Ankunft die nächsten Wahlkampftermine. „Die Hunde hier bellen noch“, spielte Bill in Dover auf sein Versprechen von 1992 an. „Danke, New Hampshire, dass ihr mich zum Comeback Kid gemacht habt!“ Die folgenden Vorwahlen in South Carolina waren für ihn freilich das leichtere Programm. Als Gouverneur des Südstaats Arkansas war er dort Favorit. Hillary, die Neu-New-Yorkerin, hat im Süden keinen Vorteil vor Obama.

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